Valentin Mühling macht ein Freiwilliges Jahr in Tansania

Das Helfer-Team: Valentin Mühling (links) mit seinem Kollege Micha und den Schwestern des Internats.

Ziegenhain/DoDoma. „Schon bei der ersten Fahrt durch die Stadt fallen mir die vielen Unterschiede zu Deutschland auf: Der Staub, Menschen, die auf dem Mittelstreifen der Straße kochen, Wellblechhäuser und eine für mich nicht nachvollziehbare Straßenverkehrsordnung."

So schildert Valentin seine ersten Eindrücke von Tansania zu Beginn des Briefes. Um sich an das Klima und die Begebenheiten des Landes zu gewöhnen, verbrachte Valentin die ersten fünf Tage in der Stadt Dar es Salaam. Später reiste er zu seinem Einsatzort Miyuji, einem Dorf, das nahe der Hauptstadt Dodoma in der Mitte Tansanias liegt.

Mit dem Dala Dala auf Tour

Mit dem Dala Dala, einem stets überfüllten Kleinbus und bekanntem Verkehrsmittel dieser Orts, machte sich der engagierte Deutsche auf zu einer Erkundungstour, als er sich plötzlich auf einem Gemüsemarkt wiederfand. „Es ist laut, es stinkt, man läuft auf einem weichen Untergrund aus Obst- und Gemüseabfällen – aber es gibt das leckerste Obst, das ich je gegessen habe“, schreibt Valentin. Papayas, Mangos, Bananen, Melonen, Erdnüsse, Cashewkerne und Ananas hat er sich schmecken lassen.

Aushilfe im Krankenhaus

Normalerweise arbeitet der 20-Jährige in einer Art Internat für Kinder mit Downsyndrom. Übergangsweise hilft Valentin derzeit aber in einem Krankenhaus aus. Er untersucht Blut auf Krankheitserreger und hilft den Schwestern beim Eintippen der Daten in den Computer.

Dusche mit Schöpfkelle

In seinem Gruß an die Lieben zu Hause berichtet der freiwillige Helfer von einer für alltäglichen und dennoch lehrreichen Situation. Valentin beschreibt, wie er mehrere Kinder mit Schöpfkellen, „sowas wie einem Lappen“ und einem Stück Seife geduscht hat. „Dabei ist mir aufgefallen, dass man sogar in sowas wie einem eigenen Stück Seife und fließend Wasser Luxus sehen kann“, sagt er. Trotzdem kommt Valentin mit dem einfachen Leben in Tansania gut zurecht. „Ich vermisse nichts. Ich habe ja gewusst, worauf ich mich einlasse.“

Noch bis Juli dauert sein Aufenthalt in dem fremden Land. Was danach kommt, weiß Valentin noch nicht so recht. „Vor meiner Reise wollte ich eigentlich Lehrer werden oder soziale Arbeit studieren.“, erzählt er. „Aber durch meine Arbeit im Krankenhaus habe ich eine neue Idee bekommen, die vorher undenkbar für mich war: Vielleicht studiere ich Medizin.“

Quelle: HNA

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