Stückauswahl und Musiker ernteten viel Applaus in der Zierenberger Stadtkirche

Gelungener Auftritt: Die Künstler unter der Leitung von Kantorin Henrike Wischerhoff (Mitte) überzeugten das Publinkum in der gut gefüllten Stadtkirche. Fotos: Löschner

Zierenberg. Zu Beginn und am Ende Heinrich Schütz, dazwischen eine sorgfältig abgestimmte Auswahl weihnachtlicher Chor- und Instrumentalmusik und zwei Werke aus dem 20. Jahrhundert die besonders aufhorchen ließen:

Das Programm des Weihnachtskonzertes des Zierenberger Kulturforums und die feine Umsetzung durch die Sänger und Instrumentalisten unter der Leitung von Kantorin Henrike Wischerhoff ließen das Publikum in der voll besetzten Zierenberger Stadtkirche die ehrfürchtige Zurückhaltung nach und nach vergessen und nicht mit Applaus sparen.

Zum adventlichen „Machet die Tore weit“ spannten die Musiker den Klang mit den Bläsern auf den Seitenemporen, zusätzlichen Sängern auf der Orgelempore und zwei Orgeln weit durch den gesamten Kirchenraum. Bläsersätze (Trompeten: Saskia Erfurth und Tobias Scheer, Posaunen: Felix King und Andrea Jahn) und ein Harfensolo (Monica Rincón) wechselten sich danach mit geistlicher Chormusik ab. An der Truhenorgel steuerte Peer Schlechta den basso continuo bei.

Eindringliche Schönheit

Mit der eindringlichen Schönheit des „Veni, veni Emmanuel“ von Zoltan Kodàl bewies der Chor „con voce“ seine musikalische und sängerische Qualität mit warmem, sehr gut zwischen Männer- und Frauenstimmen ausbalancierten Klang. Das Werk deutete in seiner modernen Verarbeitung mittelalterlicher Elemente zudem auf das Schwergewicht des Weihnachtskonzertes hin - Benjamin Brittens „A Ceremony of Carols“ für Frauenchor und Harfe. Die Damen von „con voce“ begannen die einleitende „Procession“ im Vorraum der Kirche und trugen den Klang langsam zur Bühne. Die hohen Anforderungen durch die Mischung unterschiedlicher Stile und Stimmungen meisterte der Chor - etwa in den vertrackten Echo-Effekten des „This little Babe“ oder dem brüchigen Klang der „Freezing Winter Night“. Als Solistinnen agierten Dagmar Jahn und Anne Petrossow gleichermaßen einfühlsam und klar. Dem Harfenpart, der weit über die bloße Begleitung hinausgeht, verlieh Monica Rincón eigenständiges Gewicht und betonte damit den speziellen Reiz des Zusammenspiels von Frauenstimmen und Harfe.

Nach dem Schlusschor aus Schütz Weihnachtshistorie am Ende gab es anhaltende stehende Ovationen für Sänger, Musiker und Kantorin Henrike Wischerhoff, die die musikalischen Fäden des Konzertes sicher in ihren Händen hielt.

Das nächste Konzert des Zierenberger Kulturforums findet am 12. Januar statt - dann werden Klezmermusik und jiddische Lieder zu hören sein.

Von Markus Löschner

Quelle: HNA

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