Zapfenernte ermöglicht die Pflanzung von 10 000 Weißtannen

Sturm der Wipfel

So muss er aussehen: Der echte Tannenzapfen ist harzig und zerfällt sehr leicht. Foto: Hebeler

Heimbach. Um die 115 Jahre stehen die Weißtannen schon, bilden einen schönen Bestand nicht weit von Gilserberg-Heimbach. So unruhig wie vor Kurzem dürfte es nie im langen Leben der heute mächtigen Bäume zugegangen sein. Zapfenpflücker stiegen bis zu 40 Meter hinauf in die Wipfel.

Man brauchte gute Augen, um die drei Spezialisten in schwindelnder Höhe auszumachen. Mario Spenner, Ralf Spehle und Taylor Hamel ziehen durch Deutschland, um Tannenzapfen zu ernten. Mit Säcken ausgestattet erklettern sie ausgewählte Bäume, um ganz hoch oben an die begehrten Zapfen zu kommen.

„Die finden Sie nicht auf dem Boden liegend, die verrotten eher auf dem Baum“, erklärte Revierförster Michael Hickmann die aufwändige Ernte. Im Gegensatz zu den bei uns weit verbreiteten Fichten, bei denen die Zapfen hängen und abfallen, stehen bei den Tannen die Zapfen senkrecht hoch und zerfallen am Baum.

„Vorsicht Sack“ hallt es ab und an durch den Forst, dann rauscht wieder ein voller Beutel abwärts und schlägt auf dem Waldboden auf. Zwei Tage hatten die drei Männer zu tun, um 1000 Kilo Zapfen zu ernten. Daraus werden in der Staatsdarre in Hanau-Wolfgang 100 Kilo Samen gewonnen, weiß Hickmann. Von dort werden sie in Forstbaumschulen in ganz Deutschland geschickt. Bis zu 500 000 Bäume können aus der Heimbacher Ernte nachgezogen werden.

Und warum Gilserberger Weißtannen? Es gehe im heutigen Forstbetrieb verstärkt darum, einen widerstandsfähigen Wald zu haben, der dem Klimawandel trotzen kann. Echte Tannen wachsen verstärkt in Bayern und im Schwarzwald. Im Gilserberger Hochland sollen nun auch mindestens 10 000 Weißtannen ausgepflanzt werden, und mit ihren tiefgreifenden Wurzeln schweren Stürmen Widerstand bieten.

Von Helga Hebeler

Quelle: HNA

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