Roman zum Thema Alzheimer war Grundlage für einen Gottesdienst

Die Suche nach Geborgenheit

Literatur und Religon: Heidrun Schiller (links) und Gisela Liese (rechts) lasen im Gottesdienst einzelne Passagen aus dem Buch „Der alte König in seinem Exil“ und gaben damit die Vorlage für die Predigt von Dekan Prof. Helmut Umbach. Foto: Hebeler

Fritzlar. Wie es ist, wenn man nicht mehr so denken kann wie früher, schilderte der Schriftsteller Arno Geiger in seinem Buch „Der alte König in seinem Exil“. Gisela Liese und Heidrun Schiller von der evangelischen Bücherei Fritzlar lasen im Gottesdienst aus dem Buch und boten damit Dekan Helmut Umbach die Basis für seine Predigt.

Der Bestseller, der den Ehrenpreis des deutschen Hospiz- und Palliativ-Verbandes bekommen hat, hat es dem Büchereiteam angetan, weil mit viel Charme und selbstbewusstem Witz der Verlust der Erinnerung geschildert werde. „Der Mensch bleibt Mensch mit seiner Vergangenheit, Eigenheit und Würde“ fasste Liese das Buch zusammen.

Suche nach Geborgenheit

Die Alzheimer-Krankheit kappe die Verbindungen zur Umwelt, erläuterte Umbach. Die Welt werde dem Kranken fremd. „Selbst das Bett ist kein Zuhause“, heißt es im Buch. „Diese Stelle bringt es auf den Punkt“, erklärte Umbach. Die Suche nach dem Hort, nach Geborgenheit und Sicherheit sei allgegenwärtig, auch in der Gesellschaft und Politik, werde aber besonders bei Demenzkranken deutlich. Die Bibel beantworte diese Suche im Psalm 71: „Sei mir ein starker Hort, zu dem ich immer fliehen kann...“

Den Raum für eigene Gedanken boten Reiner und Hanna Volgmann mit ihrer einfühlsamen musikalischen Begleitung. (zeb)

Quelle: HNA

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