Spürhunde im Einsatz

Suche nach vermisstem Erwin F. aus Balhorn erfolglos beendet

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Suche im hohen Gras: Nach einem Hinweis durchkämmte man einen Abschnitt entlang der Kreisstraße zwischen Balhorn und Elbenberg.

Balhorn. Mehr als eine Woche nach dem Verschwinden des dementen 74-jährigen Erwin F. aus Balhorn hat die Polizei am Mittwoch erneut die Umgebung durchkämmt. 

Mit all seinen Kräften kämpft sich Kent durch das Unterholz im kleinen Waldgebiet entlang der Kreisstraße 113 zwischen Balhorn und Elbenberg. Der neunjährige Schäferhund-Malinois-Mischling ist auf der Suche nach Erwin F., dem 74-jährigen Balhorner, der seit vergangener Woche Dienstag vermisst wird und trotz intensiver Suche bislang nicht gefunden wurde.

Dass Kent am Mittwochvormittag als Leichen- und Blutspürhund für die Polizei im Einsatz ist, lässt Schlimmstes vermuten. „Die Chancen, Erwin F. lebend zu finden, sind verschwindend gering, da machen wir uns nichts vor“, sagt Polizeisprecher Matthias Mänz. Dennoch wolle man neuesten Hinweisen nachgehen, wonach der Vermisste an der Kreisstraße gesehen worden sei. „Wir haben in den vergangenen Tagen bereits mit einem Großaufgebot nach ihm gesucht, das kleine Waldstück ist der letzte Bereich, in dem wir noch nicht aktiv waren.“

Kent wird bei der Suche nicht nur durch Hundeführer Frank Lammers unterstützt, auch an die 20 Schüler der Verwaltungsfachhochschule der Polizei sind dabei. Aufgeteilt in zwei Gruppen, arbeiten sie sich systematisch die Straßengräben entlang, eine von Elbenberg, die andere von Balhorn aus. Kent hat da schon längst das erste Mal angeschlagen, doch es ist falscher Alarm. „Er hat auf einen Tintenschopfling reagiert, ein besonders geruchsintensiver Pilz“, sagt Lammers, der den Polizeihund an einer langen Leine durch den Wald folgt. Was wie ein normaler Spaziergang aussieht, ist für den Vierbeiner dennoch Arbeit. Mit dem Kommando „Such“ hat Lammers ihn angesetzt, damit weiß er, was zu tun ist. „Antriebsmotor ist sein Spielzeug, denn Kent weiß, dass er das als Belohnung bekommt, wenn er fündig wird.“ Schon oft sei er erfolgreich gewesen, habe nicht nur Leichen, sondern auch Tatwaffen mit Blutspuren gefunden.

Auch in Balhorn ist Kent emsig bei der Sache, zieht sein Herrchen durch Wald und Wiesen, durch Gräben und Felder, immer auf der Suche nach dem Geruchsbild Leiche, auf das er konditioniert ist. Dass es im Strömen regnet, stört ihn nicht. „Auch so kann er auf 20 bis 30 Meter Entfernung entsprechende Gerüche wahrnehmen und würde sie im Fall der Fälle anzeigen, in dem er sich ins Platz legt“, erklärt Lammers.

Dazu kommt es am Mittwoch nicht, auch die Studenten werden nicht fündig und beenden in den Mittagsstunden die Suche nach Erwin F.. Ob dessen Schicksal jemals geklärt werden kann, bleibt fraglich. Solange keine neuen Hinweise oder Erkenntnisse vorliegen, gilt die Suche laut Polizeisprecher Mänz vorerst als abgeschlossen.

Quelle: HNA

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