Apfelexperte Holger Gießler aus Felsberg bittet um Hilfe

Suche nach verschollener Obstsorte: Wo steckt der Weinapfel?

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Der Felsberger Weinapfel: Möglicherweise sieht der gesuchte Wehrener Weinapfel ähnlich aus, vermutet Pomologe Holger Gießler.

Felsberg. Der Apfelexperte Holger Gießler aus Felsberg bittet um Mithilfe bei der Suche nach einer verschollenen Obstsorte.

Wenn es um Äpfel geht, wird Holger Gießler zum Detektiv. Der Felsberger ist Pomologe, also Apfelexperte - und hat Spaß daran, Apfelsorten aufzuspüren, die kaum jemand mehr kennt. Derzeit ist er auf der Suche nach dem „Wehrener Weinapfel“.

Den Namen dieser Sorte hat Gießler in einem Buch aus dem Jahr 1936 entdeckt: In einem Obstbausortiment für die damaligen Kreise Fritzlar und Melsungen war der Wehrener Weinapfel als „Apfel für besondere Zwecke“ aufgeführt. Das Obstbausortiment war ein Leitfaden, welche Obstsorten wo angebaut werden sollten.

„Wir tappen noch völlig im Dunkeln.“

„Ein Apfelbaum kann 100 Jahre alt werden“, sagt Gießler, „wenn also in den 1930er- oder 1940er-Jahren Bäume dieser Sorte bei uns in der Region gepflanzt worden sind, könnten sie jetzt immer noch stehen.“

Doch bis jetzt hat Gießler noch keine Spur von einem solchen Apfelbaum entdeckt. „In Felsberg wächst eine Apfelsorte, die Weinapfel genannt wird“, sagt Gießler. Die Früchte seien eher klein, während der Baum sehr groß werden kann. Ob es sich dabei um den gesuchten Wehrener Weinapfel handeln könnte, ist unklar. Zumindest sei aber denkbar, dass der Wehrener Weinapfel ähnlich aussieht wie der Felsberger Weinapfel.

Das Problem: Es gibt weder eine Abbildung noch eine Sortenbeschreibung vom Wehrener Weinapfel. „Auch anderen Pomologen, mit denen ich gesprochen habe, sagt der Name nichts“, erzählt Gießler. „Wir tappen da noch völlig im Dunkeln.“

Aufschluss über den Ursprung des Wehrener Weinapfels gibt möglicherweise der Name: Denn die Stadt Fritzlar hat einen Stadtteil, der Wehren heißt. Doch auch diese Spur verlief im Sande: „Ich habe den Ortsvorsteher von Wehren gebeten, sich nach dem Apfel umzuhören, aber der hat auch nichts gefunden“, erklärt Gießler. Auch in der Fritzlarer Baumschule kannte niemand den Wehrener Weinapfel.

Deshalb hofft Gießler nun auf die Hilfe der HNA-Leser - vielleicht können sie das Apfel-Rätsel lösen. •Kontakt: Kennt jemand einen Baum, der den Wehrener Weinapfel trägt, oder kann Hinweise zum Verbleib dieser alten Obstsorte geben? Pomologe Holger Gießler freut sich über Rückmeldungen unter Tel. 05662/6606 oder per E-Mail an h-giessler@t-online.de.

Quelle: HNA

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