Isabel Bülter aus Homberg verbringt ein halbes Jahr als Hilfslehrerin in Kolumbien

Auf der Suche nach Wurzeln

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Abenteuer Auslandsaufenthalt: Isabel Bülter fliegt am Dienstag für ein halbes Jahr nach Kolumbien, um dort als Hilfslehrerin zu arbeiten.

Homberg. Eigentlich ist ihr Vater schuld daran, dass Isabel Bülter nun die idyllische Fachwerkwelt Hombergs verlässt, um in das turbulente Cucuta in Kolumbien zu reisen. Er stammt aus dem südamerikanischen Land, lebt aber schon lange in Deutschland.

Isabel will aber jetzt endlich erfahren, was Kolumbien wirklich ausmacht. Die 19-Jährige wird deshalb für ein halbes Jahr Kindern in Kolumbien Englisch beibringen. Während Isabel freudig aufgeregt ist, zeigt sich Mutter Martina Bülter eher ein wenig besorgt. „Schließlich ist Kolumbien eines der gefährlichsten Länder der Welt“, sagt sie. Isabel macht sich aber nichts daraus.

Sie werde sich schon zurecht finden, ist sie zuversichtlich. Mit den dunkelbraunen Haaren sieht sie ohnehin ein wenig aus wie eine Südamerikanerin. Spanisch spricht sie schon. Vor dem Studium will sie noch einmal eine ganz andere Welt sehen und wissen, wie ihre Abstammung sie mit den Menschen dort verbindet.

„Viele Leute ertragen so viel Leid, sind aber trotzdem fröhlich“, sagt sie und vergleicht. „Wir dagegen haben alles, meckern aber immer und sind nie zufrieden.“ Um diese Hintergründe zu erforschen, wird sie in einer Gastfamilie der Austauschorganisation AFS leben und in einer Schule als Hilfslehrerin arbeiten (siehe Hintergrund). Über das Land hat sie sich schon bestens informiert, holt eine große Landkarte hervor und zeigt Cucuta. Sie ist mit einer Million Einwohnern die sechstgrößte Stadt Kolumbiens. Tropisches Klima erwartet die 19-Jährige. „Im Durchschnitt sind es 28 Grad“, berichtet Isabel. Aber sie ist alles andere als naiv.

Die politische Situation mit der Verletzung der Menschenrechte und der große Gegensatz zwischen Arm und Reich machen sie auch nachdenklich. Doch darüber hinaus habe Kolumbien ein zu negatives Image, meint sie. Es gebe ja noch mehr als den Drogenhandel. Kolumbien ist etwa weltweit der größte Exporteur von Nelken und Schnittblumen und natürlich auch für Kaffee bekannt. Berichte für die HNA Im Westen die Anden, im Südosten große Regenwaldgebiete: Davon will Isabel auf jeden Fall noch mehr sehen. Das Projekt in Cucuta geht bis Juli, danach will die junge Frau auf eigene Faust durch das Land reisen. Im Herbst beginnt sie dann ein Studium als Bauingenieurin. Bis dahin will Isabel für die HNA von ihren Erlebnissen berichten. (zty)

Quelle: HNA

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