Musik und Texte von Gurdjieff und de Hartmann

Ein Sucher nach der Wahrheit

Herbstzauber: Unter diesem Titel stand der musikalisch, literarische Salon von Roswitha Aulenkamp und Theodor Hoffmeyer. Foto: Heist

Ziegenhain. Mit einer Auswahl außergewöhnlicher Musikstücke wartete am Samstag das vierte Jahreszeitenkonzert in der Casa Aulenkamp in Ziegenhain auf. Unter dem Titel „Herbstzauber“ präsentierten Pianistin Roswitha Aulenkamp und Tenor Theodor Hoffmeyer Werke des Komponisten-Duos Georges Gurdjieff und Thomas de Hartmann sowie Herbstliches aus Poesie und Musik.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Leben und Werk des Esotherikers und Abenteurers Gurdjieff und des Komponisten de Hartmann. „Das ist etwas besonderes in der Musik“, hob Aulenkamp die musikalische Zusammenarbeit der beiden hervor.

Musikalisches Tagebuch

Die Pianistin präsentierte ihren Gästen eine Auswahl von Klavierwerken Gurdjieffs aus den vier Bänden „Asian Songs and Rhythm“, „Music of the Sayyids and Derwishes“, „Hymns from a Great Temple“ und „Hymns, Prayers and Rituals“. Gurdjieff selbst beschrieb sie als Wahrheitssucher. Er sei auf der Suche nach dem unvergänglichen Wissen gewesen und habe sich für Musik aus verschiedenen Kulturen und sakrale Tänze interessiert. Auch habe er eine Art musikalisches Tagebuch geführt. „Die Melodien, die Sie jetzt hören, sind uralte Hörmelodien, die für die klassische Musik untypisch sind“, kündigte sie seine Werke an. Mit unglaublicher Leichtigkeit ließ Aulenkamp die kurzen, aber anspruchsvollen Stücke erklingen, die aufgrund ihrer speziellen Rhythmik eine Herausforderung für jeden Klaviervirtuosen darstellen.

Reiseerlebnisse

Im Wechsel mit den musikalischen Werken trug Hoffmeyer Passagen aus Texten von de Hartmann und Gurdjieff vor. Fasziniert lauschte das Publikum den Reiseerlebnissen Gurdjieffs durch Asien und dessen Erfahrungen mit sakraler Musik sowie de Hartmanns Schilderung der Zusammenarbeit beider beim Notieren der Hörerlebnisse von Musik fremder Kulturen.

Herbstlich wurde es mit dem Vortrag der beiden Gedichte „Der Herbst des Jahres - der Herbst des Lebens“ und „Der Herbst kommt“, verfasst von der Marburgerin Antje Welz, die sich unter den Gästen befand.

Hoffmeyer begeisterte das Publikum mit der italienischen Ballade „La casa antica“.

Mit einer beeindruckenden Improvisation über das Herbstlied „Bunt sind schon die Wälder“ beschloss Aulenkamp das Jahreszeitenklavier „Herbstzauber“. (zhk)

Quelle: HNA

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