Bad Emstaler haben Protestaktion geplant

Suedlink: Bürgerinititativen kämpfen weiter

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Trauen dem Braten nicht: Bürgermeister Ralf Pfeiffer (parteilos) und BI-Vorsitzende Veronika Papenhagen-Stannick beim Wurstessen unter der Bahn-Wechselstromleitung in Sand an der B 450, mitten im geplanten Suedlink-Trassenkorridor. Damit werben sie für die Protestaktion „Bad Emstal ist uns nicht Wurst“ am kommenden Wochenende.

Wolfhager Land. Auch nachdem Ende vergangener Woche bekannt wurde, dass bei der Stromtrasse Suedlink vorrangig auf Erdverkabelung gesetzt wird und die Trassenführung durch den Altkreis vom Tisch sein soll, lassen die Bürgerinititativen (BI) nicht locker.

„Bisher gibt es nur vollmundige Ankündigungen, aber keinerlei gesetzliche Regelung“, sagt die BI-Vorsitzende aus Bad Emstal, Veronika Papenhagen-Stannick, Sie ist misstrauisch: Eine neue Planung beinhalte nicht, dass die bisherige Trassenführung automatisch vom Tisch sei. Außerdem gehe es der Bürgerinitiative darum, die Energiewende in Deutschland anders zu gestalten. Papenhagen-Stannnick ist der Überzeugung, dass der Leitungsausbau überflüssig ist. Es sei ein Unding, dass Netzbetreiber ohne Kontrolle selbst den Bedarf ermittelen, planen, bauen und selbst betreiben. „Wir werden aufmerksam den weiteren Fortgang im Auge behalten.“

So sieht es auch die Vorsitzende der BI Wolfhager Land, Ursula Günther. Die Nachricht aus der vergangenen Woche werfe eine Unmenge von Fragen auf. „Es ist ein Etappensieg aber die helle Freude kann bei uns nicht aufkommen. Suedlink wird es trotzdem geben.“ Günther sieht auch die Erdverkabelung kritisch. „Wir bleiben dran!“

Die Emstaler planen unmittelbar am kommenden Wochenende eine größere Protestaktion.

Unter dem Motto „Bad Emstal ist uns nicht Wurst“ laden die Bürgerinitiative Bad Emstal in Zusammenarbeit mit Bürgermeister Ralf Pfeiffer (parteilos) ein, „für eine bürgerfreundliche, regionale Energieerzeugung und gegen Monstertrassen“ zu demonstrieren. Die Demonstrationsroute soll mit Fahrrädern, Treckern und Pkw auf der Bundesstraße 450 entlang der gesamten Kurgemeinde befahren werden. Beteiligen können sich Interessierte sowohl an einzelnen Etappen von Ort zu Ort oder auf der gesamten Strecke von Balhorn bis Riede, mit Zwischenstopps in Sand und Merxhausen.

Impulsvorträge von Firmen 

An den einzelnen Standorten sind Impulsvorträge regionaler Unternehmen vorgesehen. Das Mitbringen von Trillerpfeifen, Rasseln, Hupen und eigenen Tüchern oder Plakaten ist erwünscht. Auch dekorierte Fahrzeuge sollen die geplante Demofahrt bunter machen.

Bürgermeister Ralf Pfeiffer erklärt: „Man hat uns inzwischen in Berlin wahrgenommen, gerade deshalb dürfen die Menschen vor Ort in ihrem Engagement jetzt nicht nachlassen. Aufgeschoben ist schließlich nicht aufgehoben. Wir wollen eine große Lösung finden, dass diese Trasse nirgendwo gebaut wird. Es wäre fatal, jetzt aufzuhören. Das Ziel ist eine menschen- und umweltfreundlich gestaltete Energiewende.“

Auch wer im Urlaub ist, soll bei der Aktion mitmachen und einen Beitrag mit Foto oder Video von sich beim Wurstessen in den sozialen Netzwerken posten.

buergerinitiativen-gegen-suedlink.de

Quelle: HNA

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