Stromtrasse wird neu geplant – Umstellung auf Erdkabel

Südlink verzögert sich um bis zu drei Jahre

Die hessischen Bürgerinitiativen gegen Südlink atmen auf. Nach der Entscheidung der Bundesregierung, bei der Stromtrasse vorrangig auf Erdverkabelung zu setzen, muss Netzbetreiber Tennet neu planen.

„Wir müssen die Suche nach möglichen Korridoren neu beginnen", sagte Thomas Wagner, Referent für Bürgerbeteiligung bei Tennet, auf HNA-Anfrage.

Die bisherigen Planungen, wonach Südlink auch durch den Landkreis führen soll, seien vom Tisch. Bis eine neue Stromtrasse den heutigen Planungsstand erreicht hätte, könnten zwei bis drei Jahre vergehen. „Das ist ein großartiger Erfolg des Engagements der Bürgerinitiativen“, schreiben Ingmar Theiß (Fritzlar) und Bernd Herbold (Homberg), Sprecher der hessischen Bürgerinitiativen gegen Südlink. Durch den Widerstand der Bürger sei Einfluss auf das Planungsverfahren genommen worden. Die Initiativen hätten gezeigt, dass „die bisherigen Planungen gigantischer Unsinn waren“.

Am Ende der Planungen könnten andere Korridore als bisher stehen. Schließlich seien bei Überlandleitungen und Erdkabel unterschiedliche Aspekte zu berücksichtigen. Ginge es bei Überlandleitungen etwa um Vogelgebiete, spiele bei der Erdverkabelung die Beschaffenheit der Böden eine Rolle. Tennet hofft, dass die Bundesregierung die Erdkabelkriterien bis Ende des Jahres in ein Gesetz gießt. Auf dessen Basis könnte mit den Planungen begonnen werden. Die Zeit bis dahin wolle Tennet nutzen, um von den Erfahrungen der Gasnetze-Betreiber zu lernen. Doch auch wenn Tennet neu planen müsse, sei Zurückhaltung angebracht. „Wer weiß, was uns noch alles erwartet und wie die Beschlüsse gesetzlich umgesetzt werden“, sagen Theiß und Herbold. Sie fordern die Politik auf, über „Alternativen zum überdimensionierten Netzausbau nachzudenken und eine dezentral gesteuerte Energiewende zu fördern“.

Quelle: HNA

Kommentare