Mitglieder der Streuobstgruppe Frielendorf verarbeiteten tonnenweise Äpfel zu Saft

Süßer Genuss aus der Presse

Nach dem Entsaften blieb nur noch Trester: Waldemar Opretzka (links) und Ernst Groß entfernen den Trester. Versetzt mit Salz wird er für die Wildfütterung eingesetzt. Fotos: Rose

Großropperhausen. Es duftete nach Herbst, nach reifen Früchten und süßer Versuchung – darin waren sich nicht nur die Mitglieder der Frielendorfer Streuobstgruppe am Wochenende einig. Auch den Besuchern des Kunst- und Werkhofes stieg das Aroma der vielen Äpfel in die Nasen.

Bereits am Morgen hatten sich die Mitglieder der Truppe auf dem Hof getroffen, um die Früchte zu Apfelsaft zu verarbeiten. Dabei entdeckte so mancher, wie viel Arbeit in dem leckeren Frischgepressten steckt. Seit mehreren Jahren kümmert sich die Initiative ehrenamtlich um die Obstbäume der Gemeinde sowie deren Pflege. Ziel ist, die Bäume zu erhalten und das Obst entsprechend sinnvoll zu verarbeiten.

Waschen und schleudern

Zum Apfelsaftpressen waren auch Gäste willkommen. Jeder konnte seine Früchten auf den Hof bringen und die Aktion tatkräftig unterstützen. Das tat auch Günter Siemon aus Großropperhausen. Nach der ersten Sichtung und dem Aussortieren der faulen Früchte, nahmen die Äpfel zunächst ein Bad. Maximilian Pforr und Tanja Opretzka schütteten das Obst in eine riesige Wanne. In einer Art Wäscheschleuder wurden die Äpfel im Anschluss von zu viel Feuchtigkeit befreit. Hier drehte Lilly Opretzka die Kurbel.

Stefan Braun war der Mann fürs Grobe: Er beförderte das Obst in einen Häcksler – heraus kam feiner Schnitt von Fruchtfleisch und Schale. „Wir verarbeiten alle Sorten, gesammelte, aber auch private Äpfel“, erklärte er. Schließlich stehe die Gruppe für Vielfalt, den Erhalt und die Verarbeitung alter Apfelsorten ein. Für das besondere Aroma wanderten auch Quitten und Birnen mit in den Häcksler. Die Apfelfans verfolgten am Samstag ein ehrgeiziges Ziel. „Es sollen 1200 bis 1300 Liter Apfelsaft produziert werden“, sagte Braun.

Das Fleisch landete bei Reinhard Völker, der die Presse bediente. Drehung für Drehung presste die altertümliche Maschine den Saft aus dem Fruchtbrei. Die Maschinen hat die Gruppe übrigens alle selbst angeschafft - und zwar vom Erlös der Aktion des Vorjahres, aus dem Verkauf des Saftes. Der wurde in Eimern aufgefangen und in einem riesigen Bottich auf 80 Grad erhitzt.

Fünf Liter im Kanister

Im Stall des Werkhofes waren die Mitglieder mit der Abfüllung beschäftigt. Marie-Louise Witt goss den Saft in fünf Liter fassende Kunststoffbeutel, die in Papp-Kanistern Halt fanden. Draußen kümmerten sich Ernst Groß und Waldemar Opretzka um die Reste – den so genannten Trester. Schubkarre um Schubkarre landete er auf einem großen Anhänger. „Der Trester wird mit Salz versehen und zur Wildfütterung verwendet“, erläuterte Groß.

Um den Verkauf und die Verkostung des Saftes kümmerte sich Tine Fiand. Und den Helfern schmeckte zwischendurch nicht nur der Kaffee, sondern auch ihr Apfelsaft und das eine oder andere aromatische Früchtchen – egal, ob süße oder saure Versuchung.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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