In Körle wurden am Samstag mehr als 400 Liter Saft aus den Früchten gepresst

Süßer Herbst in Flaschen

Selbst gesammelt: Die Grundschüler Florian Westphal, Phil Ploch, Dominik Proll, Fynn Mannsbarth und Vivian Kühn verarbeiteten die Äpfel gleich kistenweise zu Saft. Fotos: V. Koch

Körle. Kisten und Säcke mit Äpfeln haben am Samstag den Rathausplatz in Körle gefüllt. Beim Apfeltag wurden die Früchte aus den heimischen Gärten zu 400 Liter Saft verarbeitet. Veranstaltet wurde der Tag von der Körler Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu).

Der Apfeltag lockte nicht nur Obst-Besitzer aus Körle und den Nachbarorten der Gemeinde an. „Die Leute kommen aus dem ganzen Schwalm-Eder-Kreis, um Saft bei uns zu pressen“, sagte Heinrich Kirschner vom Nabu. Beim Waschen, Abspülen, Schreddern und Pressen der Äpfel packten sie selbst mit an. Auch Kinder von der Natur- und Umwelt-AG der Grundschule Körle waren zum Apfeltag gekommen. Für sie war das Pressen des Obstes ein großes Abenteuer.

Die Grundschüler ließen sich die Äpfel in allen Variationen schmecken: vom Apfel über den Saft und den vom Pressen übrig gebliebenen Trester. „Das schmeckt gut“, sagte Lina Gerhold und presste mit den Händen noch den letzten Rest Saft aus dem Trester und ließ ihn in den Mund tropfen.

Dass sich die Apfelreste vom Pressen auch prima formen lassen, stellten die Grundschüler Marisa Ochs und Malte Westphal fest. Die Grundschüler versuchten, daraus eine Burg zu bauen und formten Apfelbälle. „Das fühlt sich kalt und matschig an“, sagte Vivian Kühn während sie mit ihren Händen im Trester wühlte. Der wurde nach Angaben von Kirschner am Ende des Tages an Kühe verfüttert.

„Die Sorte Körler Edelapfel schmeckt besonders gut“, sagte Kirschner. Seit zehn Jahren bietet die Nabu-Ortsgruppe Körle das Apfelpressen an.

Bei dem Apfeltag geht es der Nabu-Ortsgruppe nicht nur darum, das Obst zu verwerten. Sie will damit auch Aufklärungsarbeit leisten. „Uns geht es darum, die Leute dazu zu bringen Obstbäume zu pflanzen“, sagte Kirschner. Vor allem Streuobstwiesen seien ein wichtiger Lebensraum für Insekten und Tiere wie Blindschleichen, Schmetterlinge und Vögel.

Um den Saft lange haltbar zu machen, hat Kirschner eine ganz eigene Taktik. Dazu wird der Saft am besten in Glasflaschen mit Blechverschluss gefüllt. Nach Angaben von Kirschner bis zu vier Zentimeter unter den oberen Rand. „Den Deckel nicht ganz zuschrauben“, sagt er.

Den Saft dann im Einkocher für 20 Minuten bei 80 Grad erhitzen. Am Ende noch den Deckel festschrauben. „So hält sich der Saft bis es die nächsten Äpfel gibt“, sagte Kirschner.

Von Verena Koch

Quelle: HNA

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