Hohe Milchleistung kommt nicht von ungefähr: Hohes Engagement der Landwirte

Superkühe machen Mühe

Rekord-Kühe: Je 100 000 Liter Milch haben Aurora, Zilli und Waldau in ihrem Leben schon produziert. Sie wurden von Lena Flörke, Christina Hinz und Katharina Raude (von links) vorgestellt. Foto: Bea Ricken

Altendorf. Wie kommt man an eine Superkuh? Das Geheimrezept von Familie Raude ist einfach: Gutes Futter, Streicheleinheiten, viel Bewegung und 50 Tage Urlaub im Jahr - für die Kuh. Vier Milchviehhalter aus den Altkreisen Wolfhagen und Hofgeismar haben sie im Stall, Kühe die in ihrem Leben bisher 100 000 Liter Milch gegeben haben. 30 000 Liter produziert eine Durchschnitts-Kuh.

Eigentlich sollten diese Superkühe beim Wolfhager Viehmarkt ausgestellt und geehrt werden. Wegen der Sommerhitze hatten die Züchter entschieden, ihre Tiere zu Hause zu lassen. Am Freitagmorgen wurde die Feier auf dem Hof der Familie Raude in Naumburg-Altendorf nachgeholt.

Seniorinnen

Die Mitglieder vom Verband der Rinderzüchter im Landkreis Kassel, Helmut Flörke aus Wolfhagen mit Aurora, Michael Raude aus Altendorf mit Waldau, Reinhard Hinz aus Grebenstein mit Zilli und Günther Friedrich aus Hombressen mit Estonia wurden vom Tierzuchtleiter Hessen, Jost Grünhaupt, ausgezeichnet. Die Kuh von Friedrich musste wegen Krankheit zu Hause bleiben. Die Milchrekordler sind allesamt älter als zehn Jahre und damit Seniorinnen. Ein Kuhjahr entspricht sieben Menschenjahren, erklärt Michael Raude.

Er hat ausgerechnet, dass die Milch der vier Kühe ausgereicht hätte, um alle 5000 Naumburger aus der Kernstadt und den Stadtteilen 400 Tage lang mit Milch zu versorgen.

Die Milchviehhalter hofften auf ein langes Leben ihrer Kühe, da die Aufzuchtkosten hoch seien. Eine Kuh gebe erst ab dem dritten Lebensjahr Milch und müsse regelmäßig kalben. Damit sie diese Spitzenleitung erreiche, habe sie rund 50 Tage im Jahr Schwangerschaftsurlaub, scherzt Raude. Während dieser Zeit müsse sie nur schlafen und fressen.

Gesund durch Bewegung

Rinderzüchter Reinhard Hinz aus Grebenstein hat noch eine andere Theorie, warum die Zahl der Super-Kühe zunimmt. Immer mehr Betriebe hätten von der Anbindehaltung auf Laufställe umgestellt. Durch die Bewegung seien die Kühe gesünder und lebten länger.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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