Reformation und künftige Herausforderungen

Synode in Wernswig: Kirche auch auf Sparkurs

+
Wolfgang Kallies

Homberg. Mit ihren geschichtlichen Wurzeln, aber auch mit den Herausforderungen, die sich aus der Bevölkerungsentwicklung und der finanziellen Situation der Kirche ergeben, beschäftigte sich die Synode des Kirchenkreises Homberg in ihrer jüngsten Sitzung in Wernswig.

Pfarrer Wolfgang Kallies berichtete über Arbeit des Zukunfstausschusses der Landeskirche, dessen Geschäftsführer er ist.

Für die Zeit bis zum Jahr 2026 soll der Ausschuss eine Prognose erstellen. Aufgrund der sinkenden Einnahmen sollen 25 Prozent des Gesamtvolumens eingespart werden. Das sind für die Landeskirche laut Kallies 50 Millionen Euro.

In 2012 habe der Zukunftsausschuss dazu einige Thesen diskutiert, bei denen es sich vorerst aber nur um Vorschläge handele. Folgende Punkte stellte Kallies vor:

• Die Kirchen sollten ihre exponierte Stellung als Blickpunkte und Zeugnisse der Verkündigung in den Dörfern und Städten behalten. Es müsse aber grundsätzlich geprüft werden, wie das Verhältnis von Gottesdienstbesuch, Nutzung und regionaler Bedeutung des Gebäudes zur finanziellen Belastung aussieht.

• Die Anzahl der Pfarrstellen sollte um mindestens 25 Prozent reduziert werden.

Für Pfarrer sollte die Pflicht, im Pfarrhaus zu wohnen, aufgehoben werden; nicht davon betroffen wäre die Pflicht, in der Gemeinde zu wohnen.

• Die Zahl der Gemeindehäuser und Gemeinderäume sowie der Dienstwohnungen sollte erheblich reduziert werden.

• Das Einsparvolumen bei der Verwaltung sollte bei 30 Prozent liegen.

Im Kreisteil Fritzlar-Homberg soll es bei den Plänen bleiben, die beiden Kirchenkreise zum 1. Januar 2014 zusammenzufassen, berichtetedie kommissarische Dekanin Sabine Tümmler. Ein gemeinsames Kirchenkreisamt hat 2012 in Homberg seine Arbeit aufgenommen.

An den Rändern der Kirchenkreise werde es voraussichtliche einige Arrondierungen geben, kündigte Sabine Tümmler an. Darüber soll auf der nächsten Herbstsynode der Landeskirche verhandelt werden. Das Kirchspiel Singlis/Lendorf wurde nach dem Weggang von Pfarrer Konrad Schullerus mit dem Kirchspiel Großenenglis verbunden.

Wieder eine Klangreise

Auch 2013 solle es wieder eine Klangreise im Kirchenkreis Homberg geben, kündigte Sabine Tümmler an. Das nächste Konzert findet am Sonntag, 21. April, um 17 Uhr in Unshausen statt.

Die Notwendigkeit kirchlicher Reformen griff auch Dr. Dirk Richhardt, Vorsitzender der hessischen kirchengeschichtlichen Vereinigung, auf. Er ging auf die Homberger Synode (1526) ein, die in Hessen in vielerlei Hinsicht ein Meilenstein gewesen sei.

Die Kirche habe damals Antworten auf Bildungsfragen gefunden. Unter anderem habe sich auch der Gedanke der Konfirmation entwickelt.

Dr. Dirk Richhardt

Neben der Bildungsfrage sei aus der Homberger Synode ein zweiter Auftrag geblieben: die Aus- und Weiterentwicklung des Sozialwesens, der Armenhilfe. In dieser Zeit sei auch der Landeswohlfahrtsverband entstanden.

Seit 2007 befinde sich die Landeskirche in einer Reformationsdekade, deren Höhepunkt im Jahr 2017 liegen werde, sagte Richhardt. Dann jährt sich der Anschlag der 95 Thesen Luthers in Wittenberg zum 500. Mal. (red)

Quelle: HNA

Kommentare