Er bekam eine Tabakdose vom Alten Fritz

Historische Kommission veröffentlicht Biografie von Generalleutnants

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Sie verfassten das Buch über Eitel Philipp Ludwig von und zu Gilsa: Coautor Friedrich-Wilhelm von und zu Gilsa (links) und Professor Dr. Holger Gräf, Akademischer Oberrat am Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde.

Gilsa. Friedrich der Große schenkte ihm eine Tabakdose. Generalleutnant Eitel Philip Ludwig hatte sich vor allem im Siebenjährigen Krieg einen Namen gemacht.

Er lebte von 1700 bis 1765, starb also vor 250 Jahren.

Daher veröffentlichte die Historische Kommission für Hessen nun eine Biografie des Generalleutnants, die in der Gilsaer Patronatskirche vorgestellt wurde.

Initiator ist Friedrich-Wilhelm von und zu Gilsa, der als Coautor das Werk mit verfasste. Geschrieben wurde es von Professor Dr. Holger Gräf, Akademischer Oberrat am Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde. Er habe versucht, sich ein Bild von dem Mann zu machen. Über den Menschen könne man wenig sagen, etwa wie er als Vater oder Ehemann war, meinte er.

Die historischen Überlieferungen beträfen hauptsächlich die militärische Karriere, die Persönlichkeit habe damals wohl eine eher nachgeordnete Rolle gespielt. Es habe weder ein Tagebuch noch eine Biografie gegeben, lediglich einige wenige Briefe.

Eitel Philipp Ludwig von und zu Gilsa

Philipp Eitel habe nahezu sein ganzes Leben im Militär verbracht, in mehreren Kriegen gekämpft und sei etliche Mal auch nur knapp dem Tod entronnen. Daher sei es eigentlich ein Wunder, dass er 65 Jahre alt geworden sei. Das sei zudem für damalige Verhältnisse ein langes Leben gewesen. Besonders wenn man bedenke, unter welchen Bedingungen gekämpft wurde, zu Fuß und zu Pferde.

Die Liste der Schlachten, an denen er teilnahm, ist lang. In Freiberg sei er Friedrich dem Großen begegnet, dort habe ein Gespräch zwischen beiden stattgefunden, worauf der ihm sechs Wochen später die Tabakdose schickte (1763). Der Generalleutnant sei wohl etwas ungehalten gewesen über das späte Geschenk und soll gesagt haben: „Die hätte er mir auch gleich geben können.“ Eitel Philipp war zuletzt Festungsgouverneur von Ziegenhain.

In der Patronatskirche in Gilsa hängt noch heute ein Marmorepitaph mit der Inschrift „Hier ruht ein Held“. Eitel Philipp ist dort in einer Gruft bestattet. Er sei ein Teil des Aufstiegs Preußens gewesen, sagte Gräf und somit ein Vorreiter der Familie, viele seiner Nachfolger seien ihm im militärischen Dienst gefolgt.

Sein Sohn Georg Ernst verlor in der Schlacht von Vellinghausen einen Arm, studierte später und baute die Bibliothek im Gilsaer Schloss auf, die noch heute gut erhalten ist.

Dr. Andreas Hedwig von der Historischen Kommission für Hessen sagte, die Biografie sei bedeutend für die neuzeitliche Militärgeschichte und die hessische Adelsgeschichte. Dafür sei Gräf auf den Schlachtfeldern des 18. Jahrhunderts unterwegs gewesen. Pfarrer Peter Zschoche würdigte die Ahnenforschung. „Ohne sie gäbe es uns nicht, sie erinnern an die eigene Sterblichkeit“, sagte er. Das Buch kostet 20 Euro und ist im Buchhandel erhältlich.

Quelle: HNA

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