Start im Januar

Tablet statt Speisekarte: Restaurant "Stadt Cassel" soll digital werden

Das gefällt ihm: Jörg Schäfer wird ab Januar das Hotel- und Restaurant Stadt Cassel in Homberg betreiben. Ihr Menü sollen die Kunden dann auch per Tablet-Computer bestellen können. Foto: Yüce

Homberg. Das Essen im Restaurant statt beim Kellner mit einem Tablet-Computer bestellen. Einige Zeit später kommt das Menü dann direkt über eine Art Laufband an den Tisch gefahren:

Das ist keine Szene aus einem Fantasy-Film, sondern so sieht für Jörg Schäfer das Restaurant der Zukunft aus. Nichts geringeres als das will er in Homberg eröffnen und zwar in naher Zukunft. Damit greift er einen Trend aus Amerika auf: die Menübestellung auf dem Tablet ersetzt die gute alte Speisekarte.

Ab Januar ist Jörg Schäfer der neue Pächter des Hotels- und Restaurants Stadt Cassel in der Altstadt. Dort will er Tradition und Moderne verbinden. „Gute deutsche Küche gekoppelt mit neuen Medien“, sagt Schäfer. Beides fehle in Homberg, sagt er.

Zum Start werde es in dem Restaurant fünf Tablets geben, die die Kunden beim Betreten des Restaurants erhalten können. Darüber wählen sie dann aus, was sie essen und trinken wollen. Sie können die Speisen auch direkt bewerten und anderen über soziale Netzwerke mitteilen, wie es ihnen in dem Restaurant gefallen hat. All diese Zutaten seien erfolgversprechend, so Schäfer.

„Eine neue Generation des Restauranterlebnisses in der Reformationsstadt.“ Jörg Schäfer sieht darin nur den Anfang: Später soll das Essen elektronisch zu den Gästen gefahren werden, und auch die Vernetzung mit anderen Gästen in weiteren Restaurants soll möglich werden. MAG-Bar nennt er sein Konzept. „My American-German Bar“, erklärt Schäfer. Denn auch in Amerika will er mit diesem Projekt Fuß fassen.

Der Einsatz moderner Technik werde immer wichtiger für Restaurants, wobei sich der Anteil von Touchscreen-Geräten vervielfachen werde, ist sich Schäfer sicher. Ein Blick über den Tellerrand gibt ihm recht: Der Trend scheint über den großen Teich zu schwappen. In Großstädten wie Köln, München und Berlin gibt es bereits erste Restaurants die ihre Speisekarten durch Tablet-Computer ersetzt haben. Und bald auch in Homberg. Fernsehsender wie Pro7 und Kabel1 hätten Interesse signalisiert, sagt der gelernte Restaurantfachmann.

Schäfer möchte es seinen Kunden ermöglichen, dass sie nicht mehr alleine essen müssen. „Ein virtuelles Dinner wird möglich“, sagt er. In Zeiten von Fernbeziehungen sei das eine Marktlücke. Er plane eine weltweite Vernetzung. Dann könne man via Webcam mit seiner Partnerin, Freunden oder Familie Essen gehen. „Der eine in Homberg, der andere in New York, und über das Tablet kann man sich unterhalten“, sagt der 44-Jährige, der nach eigener Auskunft bereits in großen und exklusiven Restaurants unter anderem in Deutschland und Amerika sowie im Eventbereich auch für die André-Heller-Show „Afrika Afrika“ gearbeitet hat.

Nach Homberg habe es ihn verschlagen, weil ihm Stadtmarketing-Chef Dr. Dirk Richhardt die Stadt schmackhaft machte. Und: Weil es ihn in die ländliche Region ziehe. Mit seinen Eltern habe er vor Jahren in Willingshausen und Stadtallendorf Restaurants betrieben.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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