Mindestens 30 Minuten: Prof. Dr. Hottenrott über positive Auswirkungen des Laufens

Prof. Dr. Kuno Hottenrott

Melsungen. Durchschnittlich 700 Meter läuft der moderne Büromensch am Tag, zitierte Prof. Dr. Kuno Hottenrott aus seinen Statistiken. Aus evolutionärer Sicht ist der menschliche Körper auf Bewegung eingestellt. Die Fortbewegung diente dazu, die Ernährung sicherzustellen. Das ist heute nicht mehr notwendig. Fazit: „Der Bauchumfang nimmt zu.“

Hottenrott ist Autor von über 20 Fachbüchern über Sport und Gesundheit. Der 52-Jährige ist nicht nur eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Er ist auch einer der ihnen, wenn er vor Laufbegeisterten und Sportlern spricht. Das macht ihn so sympathisch. Er spricht nicht nur als anerkannte Kapazität über die Theorie im Sport und der Gesundheit, ebenso kompetent spricht über und aus der Praxis.

Die Laufbegeisterten der Melsunger MT, und das sind nicht wenige, begrüßten am Montagabend beinahe ehrfürchtig, gleichzeitig aber auch wieder fast kameradschaftlich den Sportwissenschaftler.

„Es ist so einfach. Warum soll der Mensch laufen?“, so lautete das Thema seines Vortrages. 2 Stunden und 36 Minuten sind die Bestzeit von Hottenrott beim Marathon, der sämtliche hochklassigen Läufer der Region und ihre Bestzeiten zu kennen schien.

Der Sportwissenschaftler, der in Eschwege geboren und seit 2003 an der Universität in Halle Wittenberg lehrt, hat über 20 Bücher über Training, Trainingswissenschaften und Sportmedizin geschrieben. Hottenrott lebt in Kassel, ist aktiver Läufer und treibt jeden Tag eine Stunde Sport.

Leider können wir die Effekte des Sports nicht speichern, verdeutlichte er anhand Joschka Fischer, der sich mit 112 Kilo aufmachte, ein schlanker Marathonläufer zu werden. Und dann mit dem Laufen aufhörte und wieder in seine frühere Gewichtsklasse fiel.

Laufen verbessert den Schlaf

Mindestens 30 Minuten moderate Bewegung seien ideal. Sport muss Spaß machen, das ist auch wichtig. Ziel sei, die Herzfrequenz zu senken. „Die Abnahme der Ruheherzfrequenz ist wichtiger als der Blutdruck“, sagte er.

Seine Argumente für’s Laufen: Es verbessert den Schlaf, stärkt das Immunsystem, verbessert die Konzentrationsfähigkeit und die positive Stimmung – und Laufen macht schlau. (alx)

Quelle: HNA

Kommentare