Täglich rollen 8000 Tonnen an

Bis Mitte Dezember laufen wieder die Maschinen in der Waberner Zuckerfabrik

Eingangskontrolle: Mitarbeiter Jörg Hoppe (39) nimmt vor dem Entladen von jedem Lkw eine kleine Probe für die Qualitätskontrolle.

Die Rübenlaster rollen in der Region. Die Kampagne in der Waberner Zuckerfabrik läuft bis Mitte Dezember. Bis dahin dreht sich für die 90 Mitarbeiter rund um die Uhr wieder alles um Zucker.

„Wenn die Fabrik einmal läuft, kann sie bis zum Produktionsende nicht mehr abgestellt werden“, sagt Betriebsleiter Peter Fecke. Angeliefert werden die Rüben von Landwirten aus Nord- und Mittelhessen, Südniedersachsen und Westthüringen, die nach einem genau festgelegten Plan täglich 8000 Tonnen Rüben abladen. Das entspricht etwa dem Gewicht von 14 beladenen Flugzeugen des Typs Airbus A 380.

Zuvor aber geht es durch die Eingangskontrolle: An Jörg Hoppe und seinen Kollegen kommt niemand vorbei, ohne Proben abgegeben zu haben. „Wir müssen den Zuckergehalt kontrollieren“, sagt Fecke.

Bei der ersten Probe vor ein paar Wochen sei der Gehalt mit 16,2 Prozent noch etwas niedrig gewesen. „Doch der ist in den vergangenen Tagen bestimmt noch etwas gestiegen“, da ist Fecke zuversichtlich.

Zum Start der Kampagne waren auch Vertreter der Politik, des Zuckerrübenverbandes und des Kreisbauernverbandes ins Südzuckerwerk nach Wabern gekommen. Dieser Standort sei wichtig für die Landwirtschaft in Nordhessen, betonten sie.

Von der Aussaat der Rüben bis zum fertigen Produkt sei hier alles in der Hand der Landwirte. „Die Bauern sind Anteilseigner der Aktiengesellschaft“, erklärt Werksleiter Christian Voß.

Auch die regionale Wirtschaft profitiere von der umsatzstarken Zuckerfabrik, die im Vorjahr 78 Millionen Euro Umsatz verzeichnete. So flossen zum Beispiel 3,3 Millionen Euro an regionale Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe.

Doch ein Wermutstropfen bleibe: Durch die EU-Zuckermarktordnung ist die Produktion nun beschränkt. Die Verordnung regelt, dass europäische Zuckerhersteller nur noch 80 Prozent des europäischen Zuckerbedarfs decken dürfen, so ist es politisch gewollt. Der Rest kommt aus Ländern wie Brasilien. Die Bauern mussten deshalb in diesem Jahr zehn Prozent weniger Rüben anbauen.

Von Diana Rissmann

Quelle: HNA

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