Strafe wegen Körperverletzung ist rechtskräftig

Angeklagter zieht Berufung zurück: Täter trat Opfer ins Gesicht

Marburg/Schwalmstadt. Nach einer mehrstündigen Verhandlung hat ein Angeklagter seine Berufung zurückgezogen und sein Urteil wegen gefährlicher Körperverletzung anerkannt.

Insgesamt 15 Zeugen hatte die 8. Strafkammer des Marburger Landgerichts aufgeboten, um in einer Fortsetzungsverhandlung Schuld oder Unschuld eines 39-jährigen Berufskraftfahrers nachzuweisen.

Nach der Vernehmung des sechsten Zeugen am späten Nachmittag zeigten sich bei dem Angeklagten deutliche Ermüdungserscheinungen. Er nahm auf Grund der Aussichtslosigkeit seiner Lage die Berufung zurück und akzeptierte damit das Urteil des Amtsgerichts Schwalmstadt. Diese hatte ihn wegen gefährlicher Körperverletzung bereits im August vergangenen Jahres zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt.

Nach der Anklage hatte der aus Kasachstan stammende und seit 2001 in Ziegenhain wohnende Mann im April 2010 einen Bekannten vor seiner Wohnung aus einem nichtigen Grund niedergeschlagen. Auf den am Boden liegenden Mann soll der Angeklagte danach zusätzlich noch eingetreten haben.

Die dem Geschädigten, der als Busfahrer beschäftigt ist, zugefügten Verletzungen waren erheblich. Er hatte neben einer Gehirnerschütterung, einem Jochbein- und einem Nasenbeinbruch auch einen Bruch des Oberkiefers erlitten. Nach der Aussage des Geschädigten habe der Täter ihn niedergeschlagen, weil er ihn nicht ordentlich gegrüßt hatte. Der Angeklagten hatte die Tat immer bestritten.

Nur noch ein Bier trinken

Er sei erst spät abends von einer Geburtstagsfeier nach Hause gekommen und habe den Busfahrer vor seinem Hauseingang getroffen. Obwohl dieser als Querulant und Trinker in der Wohnanlage bekannt gewesen sei, habe er ihn mit in seine Wohnung genommen, um dort ein Bier mit ihm zu trinken.

Dort habe der bereits betrunkene Busfahrer mit Blick auf ein Küchenmesser gesagt: „Ich werde euch wie die Schafe schlachten“. Daraufhin habe er den Busfahrer aus der Wohnung geworfen. Angeblich sei der Geschädigte kurze Zeit später, bereits verletzt und blutend, wieder bei ihm erschienen. Erneut habe er ihn daraufhin nach Hause geschickt.

Mehrfach ins Gesicht getreten

Die Lebensgefährtin des Opfers gab an, die Tat von ihrem Badezimmerfenster aus beobachtet zu haben. Sie belastete den Angeklagten schwer. Sie habe den Angeklagten klar erkannt und gesehen, wie er ihren Lebensgefährten zusammengeschlagen und ihm mit seinen weißen Turnschuhen mehrfach ins Gesicht getreten habe.

Die Version einer Nachbarin des Angeklagten, die in weiten Teilen mit dessen Aussage übereinstimmte, überzeugte das Gericht nicht. Mit der Rücknahme der Berufung ist das Urteil rechtskräftig. Zusätzlich kommen auf den Verurteilten noch die zivilrechtlichen Ansprüche des Geschädigten zu.

Von Alfons Wieber

Quelle: HNA

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