Kalkstein-Gewinnung in Morschen-Eubach: Tagebau soll weitergehen

Karl Schatz

Morschen. Dem Regierungspräsidium Kassel liegt ein Antrag in Sachen Kalksteingewinnung vor. Dabei geht es um den Neuaufschluss eines Steinbruchs auf einer acht Hektar großen Fläche in Morschen-Eubach. Das bestätigte am Freitag ein Sprecher des Regierungspräsidiums.

Für das Vorhaben muss nach Angaben der Behörde der Regionalplan geändert werden. Denn in dem seien die Eubacher Flächen für eine Kalksteingewinnung nicht vorgesehen. Zu den derzeit festgeschriebenen Zielen gehöre unter anderem die Landwirtschaft. Derzeit erarbeite das Regierungspräsidium eine Vorlage für den Zentralausschuss der Regionalversammlung, dem die Pläne am 28. Oktober zur Entscheidung vorgelegt werden sollen.

Parlament regt Auflagen an

In Eubach will das Morschener Unternehmen Fritz Franke Kalkstein abbauen, hieß es am Donnerstagabend im Parlament Morschen. Dort befassten sich die Gemeindevertreter mit dem Vorhaben. Ergebnis: Das Parlament stimmte der Kalksteingewinnung am Kreuzberg zu – und regte an, den Betrieb an folgende Auflagen zu binden: die Installation einer Reifenwaschanlage, um Straßen sauber zu halten; asphaltierte Wirtschaftswege für die Zu- und Abfahrt zum Steinbruch; einen Lärmschutz vor dem Steinbrecher zur Eubacher Ortslage.

Die Auflagen hatte der Eubacher Ortsbeirat angeregt. Sollten sie im Verfahren vom Kasseler Regierungspräsidium für verbindlich erklärt werden, könne man mit der Kalksteingewinnung am Ort leben, erklärte am Freitag der Eubacher Ortsvorsteher Karl Schatz. Das Thema sei im Ort bereits Anfang 2012 rege diskutiert worden. In der Sache wolle man aber die Kirche im Dorf lassen. Mit der Belastung durch die Kalksteingewinnung lebe man schon seit Jahrzehnten. Hintergrund: Die Firma Fritz Franke – nach eigenen Angaben eins der größten Bauunternehmen im Landkreis – gewinnt ihre Materialien für den Straßenbau bislang aus einem Steinbruch zwischen Altmorschen und Eubach.

Von Lorenz Grugel

Quelle: HNA

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