Landkreis wirbt mit unterstützenden Projekten

Tagesmütter sind im Wolfhager Land begehrt

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Die Nachfrage ist groß: Die Wolfhager Tagesmutter Svenja Salzmann betreut neben ihrem Sohn Joshua seit einem Jahr auch Philipp, Linus und Lina (von links).

Kassel/Wolfhager Land. Die Qualität der Betreuung in jungen Jahren stellt die Weichen für das spätere Leben. Darum wirbt die Hessische Landesregierung gemeinsam mit dem Landkreis Kassel verstärkt um mehr Tagesmütter und -väter, die das Kindertagespflegeangebot zukünftig aufstocken sollen.

Zu der Initiative zählt auch eine gemeinsame Wanderausstellung des Hessischen Sozialministeriums, der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie sowie des Hessischen Kindertagespflegebüros. Die Botschaft ist klar: Kindertagespflege in Hessen bietet heute ein qualitativ hochwertiges, flexibles und verlässliches Bildungs- und Betreuungsangebot.

Im Altkreis Wolfhagen ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) die erste Adresse für alle, die sich für Kindertagespflege interessieren: Die Sozialpädagogin Anne Fuchs-Hanske steht hier sowohl Eltern, die eine Tagesmutter suchen, als auch denjenigen, die es werden wollen, beratend zur Seite. „Die Vorteile dieser Betreuungsform liegen in ihrer Individualität und der familienähnlichen Struktur“, sagt Fuchs-Hanske. „Im gesamten Altkreis engagieren sich zur Zeit 32 Tagesmütter.“

Damit sei Wolfhagen zwar grundsätzlich gut versorgt, aber in Zierenberg und Bad Emstal-Sand gäbe es noch Aufstockungsbedarf: „Wir suchen nach kompetenten Betreuern - auch Männer dürfen hier sich angesprochen fühlen“, erklärt die Sozialpädagogin. Jede Tagesmutter entscheidet innerhalb der gesetzlichen Vorgaben - nie mehr als fünf Kinder parallel und höchstens zehn Kinder insgesamt - selbst über ihr Betreuungspensum.

Laut Anne Fuchs-Hanske ist die Organisation nicht immer leicht, denn nachgefragt würden vor allem so genannte Randzeiten: „Die Eltern bringen ihre Kinder morgens zur Tagesmutter, die sie dann zur Kindertagesstätte begleitet. Mittags sind sie wieder bei der Tagesmutter, bevor sie die Eltern nach Hause holen.“ Der ständige Wechsel der Bezugsperson sei für alle Beteiligten schwierig und verlange den Tagesmüttern viel Energie ab.

Dazu komme, dass kleinere Kinder auch eine intensivere Betreuung benötigten. Und gerade Kinder unter drei Jahren machten den Großteil des zu beaufsichtigten Nachwuchses aus. „In Zukunft sollten sich die Kommunen auch an den Kosten beteiligen, um den Tagesmüttern wenigstens eine finanzielle Sicherheit bieten zu können“, sagt Fuchs-Hanske.

Jeden Mittwoch zwischen 9.30 und 11.30 Uhr bietet das DRK im „Café Dino“ an der Ippinghäuser Straße 2 in Wolfhagen allen Eltern die Möglichkeit, sich unverbindlich über das bestehende Angebot zu informieren und mit Tagesmüttern in Kontakt zu treten.

Von Emily Spanel

Quelle: HNA

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