Hospitalkonzert in Treysa

Musiker traten mit dem European-Brazil-Projekt auf

Treysa. European-Brazil-Projekt - was sich dahinter verbirgt, erlebten am Freitagabend die Gäste des 21. Hospitalkonzerts in Treysa, diesmal ausnahmsweise im Haus für Gemeinschaftspflege. Denn sechs Musiker brauchten Raum für Instrumente und außergewöhnliche Klänge.

Unter der Leitung von Percussionist Hans Fickelscher präsentierte sie einen eigenen Mix aus brasilianischer Rhythmik und europäischem Jazz. Besetzt war die Combo mit Schlagzeug, Percussion, Klavier, Bass und Saxophon sowie Jazz-Sängerin Silke Straub.

Der Abend war in jeder Hinsicht eine klangvolle Wundertüte: Trommeln, pfeifen, summen, singen, hauchen und stampfen - gern alles gleichzeitig, dabei aber unglaublich sinnlich und sensibel. Mit einem Arrangement eines französischen Chansons stellten sich die Künstler stilsicher vor. In die ungewöhnliche Bearbeitung mixten sie lateinamerikanische Rhythmen. „Elemente, die wir alle gerne mögen. Und sie deshalb in eigener Musik verwenden“, erklärte Hans Fickelscher.

Dass auch ein Bass richtig brasilianisch klingen kann, stellte der aus Sizilien stammende Franco Petrocca eindrucksvoll unter Beweis. Mit traumwandlerischer Sicherheit verwob er auch noch Tango-Elemente.

Als Weltenbummler des Jazz dürfte Percussionist Borek Janke bezeichnet werden. Nicht verwunderlich war es deshalb, dass der Musiker Fragmente der Weltmusik adaptierte. Als einer der fleißgsten Schreiber für Jazzmusik gilt Peter Fulda. Der Pianist, Komponist und Arrangeur entlockte dem Flügel Töne, die die Zuhörer überraschten, gleichwohl verzauberten und umschlossen. Mal melodisch, mal melancholisch, mal expressiv.

Silke Straub, Dozentin für Jazzmusik, aus Bad Kissingen vollführte wahrhaft sinnliche Kapriolen mit ihrer Stimme. Rhythmik und Tempo waren perfekt auf ihre fünf Musikerkollegen abgestimmt. Sanft säuselnd, dann wieder klar und kraftvoll intonierte Straub scheinbar mühelos - Gänsehauteffekt. Saxophonist Wolfgang Fuhr erwieß sich als Meister seines Faches und der Improvisation. Mit Leichtigkeit entlockte er dem Instrument fantastische und furiose Klänge. Nicht zuletzt verlieh Hans Fickelscher der Combo Kontrast. Dabei blieb sein ekstatisches Spiel entspannt - so dass sich auch das Publikum gern zurück lehnte. Und genoss. Nach einer Zugabe verabschiedeten sich die Musiker von begeisterten Zuhörern.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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