Tankstelle ja, aber...

Diskussion um Baugebiet zwischen Nordumgehung und Sudetenweg

Große Pläne: Auf dem Gelände zwischen der Nordumgehung und dem Sudetenweg könnten ein Baumarkt, Tankstelle und Gastronomie entstehen. Foto: Dietrich

Homberg. Warum tut sich in dem Baugebiet zwischen der Nordumgehung und dem Sudetenweg in Homberg nichts? Eine Auskunft darüber, wollte der Investor Wilhelm Schneider aus Korbach erstmal nicht geben. „Es ist ein laufendes Verfahren“, so Schneider im HNA-Gespräch.

Insgesamt dauere das schon acht Jahre und er werde erst mehr sagen, wenn die Entscheidungen der Homberger Stadtverordneten fest stehe.

Geplant hat Schneider in dem Areal einen Baumarkt. Für diesen gibt es bereits eine Genehmigung. Hinzukommen solle, so sein Wunsch, eine Tankstelle und eine Gastronomie. Genau mit diesen Wünschen taten sich einige Stadtverordnete in der Sitzung am Donnerstagabend in der Stadthalle schwer.

Argumente dagegen

Gerade ein neues gastronomisches Angebot am Stadtrand würde er nicht gerne sehen, sagte Klaus Bölling (Grüne). Damit mache man der vorhandenen Gastronomie Konkurrenz. Und es sei schon schwierig genug, die Gastronomie in der Innenstadt am Leben zu erhalten.

Den Blick auf die Tankstelle lenkte Delf Schnappauf: Gerade für kleine Tankstellen sei der Ertrag minimal, und sie seien gezwungen, mit einem Shop Geld zu verdienen. „So ein Shop kann Supermarktdimensionen annehmen“, so Schnappauf. Doch sollte am Rande der Stadt kein solcher Verkauf möglich sein.

Argumente dafür

Man könne froh sein, dass der Unternehmer Wilhelm Schneider in Homberg investieren wolle, sagte Stefan Gerlach (SPD). Er habe einen guten Ruf. Die Stadt brauche neue Impulse und keinen Protektionismus. Man habe Schneider bereits deutlich gesagt, dass kein innenstadtrelevantes Sortiment angeboten werden dürfe. 30 neue Arbeitsplätze könnten entstehen. Gerlach zog einen Vergleich mit Fritzlar, dort blühe das Gewerbegebiet außerhalb der Stadt und schade der Innenstadt nicht. „Dort gibt es mehrere Tankstellen. Aber wir haben Angst, dass unsere blühende Landschaft zerstört wird“, so Gerlach.

Er habe kein Verständnis für das ständige Abblocken und Verzögern, sagte Joachim Pauli (CDU). Man müsse dafür sorgen, dass Investoren tatsächlich investieren können.

„Wir sollten froh sein, dass sich endlich etwas bewegt“, sagte Manfred Ripke (FDP).

Die Konditionen

Bedenken äußerte Günther Koch (FWG), dass man das Grundstück zu günstig verkauft habe. „Wenn es anders genutzt wird, sollten wir den Kaufpreis neu verhandeln.“

Es sei ein fatales Signal, wenn man jetzt die Konditionen von damals aushebelt, sagte Bürgermeister Dr. Nico Ritz.

Ritz warb dafür, mit der Entscheidung auch ein Signal an Investoren zu setzen: „Dass wir als Stadt ein solider und verlässlicher Partner sind.“ Es würden keine Planungen hinter verschlossenen Türen stattfinden, betonte er. Und der Investor müsse erneut genau erklären, was er plane.

Die Stadt Homberg beziehungsweise die Hessische Landgesellschaft haben eine Rückerwerbsoption für das Grundstück, erklärte Ritz. Um die zweijährige Frist durch die Änderung nicht zu gefährden, habe man vorsorglich eine Vereinbarung mit dem Investor getroffen.

 

Mehrheitlich, bei drei Gegenstimmen und drei Enthaltungen, entschieden sich die Stadtverordneten dafür, den Bebauungsplan zu ändern.

Durch den Aufstellungsbeschluss komme das Verfahren in Gang, so Ritz. Ob und wie etwas entstehe, darüber entscheide man später.

Wichtig sei, die Anwohner zu informieren, wann und wo öffentlich über das Baugebiet diskutiert werde, betonte Ritz. Es gelte in der Diskussion zu klären, wo was entstehen wird und welche Wege in das Gebiet führen sollen, sagte Achim Jäger (FWG).

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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