Tankstellen-Überfälle halten Schwalm-Eder-Kreis in Atem

Schwalm-Eder. Im Schwalm-Eder-Kreis verzeichnet eine Serie von Tankstellenüberfällen die Polizei. Die erste Jahreshälfte ist noch nicht vergangen, und es sind bereits sechs Tankstellen überfallen worden. Meist waren es bewaffnete Raubüberfälle.

Zum Vergleich: Im Jahr 2011 verzeichnete die Polizei keinen Überfall auf Tankstellen. 2010 waren es sechs und in den fünf Jahren zuvor maximal einer. „In den meisten Fällen handelte es sich bei den Tätern um Konsumenten harter Drogen wie Heroin“, sagt Reinhard Giesa, Pressesprecher der Polizeidirektion des Landkreises, und oft handelte es sich bei den Taten um Beschaffungskriminalität.

Allerdings lohnten die Überfälle kaum, betont der Polizeisprecher. Das liege nicht nur an der guten Aufklärungsquote von 70 Prozent durch die Polizei. „In vielen Fällen ist die Beute gering“, erklärt er und nennt Gründe dafür, warum bei den Tankstellen nicht viel zu holen sei.

„Die Kassen werden regelmäßig geleert. Das ist bei Tankstellen so üblich.“ Wer das in seinem Unternehmen nicht mache, sei schlecht beraten, so Giesa. Außerdem gebe es gerade bei Tankstellen oft Nachtschalter. „Dadurch kommen ab 22 Uhr keine Kunden mehr in den Verkaufsraum, sie werden stattdessen über einen Schalter bedient.“ Giesa rät Tankstellenbetreibern zudem, für ausreichend Beleuchtung zu sorgen.

Hilfreich sei es auch, wenn sich die Angestellten Notizen machen, wenn sie im Laufe des Tages etwas Auffälliges sehen. „Es hilft, wenn man sich auf sein Bauchgefühl verlässt.“ Wer sich unsicher oder beobachtet fühle, sollte sich nicht scheuen und die Polizei anrufen. Während eines bewaffneten Überfalls hätten die Bedrohten große Angst. „Angst um ihr Leben“, sagt Giesa. Da falle es schwer, sich Details zu merken.  

Quelle: HNA

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