Wabern, Felsberg

Tankstellen-Überfälle: Landgericht Kassel setzte Prozess fort

Schwalm-Eder/Kassel. Diese Überfälle beschäftigen die 5. Strafkammer schon seit Ende Oktober: Auf der Anklagebank sitzt ein 29 Jahre alter Mann aus dem Raum Kassel. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zwischen dem 21. Juli 2012 und dem 26. Januar 2013 sieben Tankstellen überfallen zu haben.

In sechs Fällen soll er – unter anderem in Felsberg und Wabern – mit vorgehaltener, ungeladener Softairwaffe Geld aus den Kassen erbeutet haben.

Im letzten Fall im Januar hatte sich der Tankstellenbedienstete vehement gewehrt - unter anderem mit einem Messer. Der Täter war verletzt worden und ohne Beute geflohen. Nur diesen versuchten Raub hat der 29-Jährige im Laufe des Prozesses eingeräumt. Die übrigen Taten will er nicht begangen haben.

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Wie das Gericht die Sache sieht, wird frühestens im Februar zu hören sein. Zur Zeit wartet die Kammer auf sechs anthropologische Gutachten. Diese sollen Statur und Körpermerkmale des Angeklagten mit denen des jeweiligen maskierten Täters vergleichen, den die Überwachungskameras der sechs beraubten Tankstellen gefilmt haben. Das hatte die Verteidigung beantragt.

Ebenfalls auf ihren Antrag hin hörte das Gericht am Freitag einen Kumpel des Angeklagten als Zeugen. Der 29-Jährige hatte im November zugegeben, diesem Kumpel eine Jacke mit auffälligem Muster geklaut zu haben. Fälschlicherweise hatte die Polizei im Zuge ihrer Ermittlungen vermerkt, diese Jacke sei auf allen Überfallvideos zu erkennen.

Gestern nun bekam der Zeuge die Aufnahmen vom allerersten Überfall zu sehen. Dort trägt der Täter offenbar eine schlichtere, schwarze Jacke. „Ich hab auch ‘ne schwarze Jacke“, sagte der Zeuge. Aber er glaube nicht, dass die auf dem Video seine sei: der Kragen sehe anders aus.

Durchaus als sein Eigentum identifizierte er aber zwei Jacken, die der Staatsanwalt herbeigetragen hatte. Eine davon hatte der Angeklagte offenbar bei seinem missglückten Überfall getragen. Sie weist Risse am Ärmel auf, die von dem Messereinsatz stammen sollen. „Kriegen sie nach Verfahrensabschluss alles wieder“, kündigte Uekermann dem Zeugen an. Wann das sein wird, ist offen: Die anthropologischen Gutachten sollen am 20. Januar präsentiert werden. Der letzte Prozesstermin ist für den 7. Februar angesetzt. Doch auch wenn dann ein Urteil fällt, dürfte es kaum gleich rechtskräftig werden.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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