Das Klavierduo Fumiko Shiraga und Sara Derman bezauberte in Bad Zwesten

Tanz auf den Tasten

Tanzende Hände: Das Duo spielte in Bad Zwesten auf einem Bechstein-Flügel.

Bad Zwesten. Es war ein großartiger Klavierabend, mit dem die Bad Zwestener Meisterkonzerte nach einer vierteljährigen Pause fortgeführt wurde. Die Besucher erlebten das Klavierduo Fumiko Shiraga und Sara Derman.

Vierhändig gestalteten die Tasten-Zauberinnen das Konzert mal heiter und beschwingt, mal virtuos. Das Motto des Abends lautete: „Aufforderung zum Tanz“. Zu hören waren Tanzstücke aus den grandiosen Klangwelten von sechs Komponisten aus der Romantik.

Tanzpaare drehten sich zwar keine; aber was die Hände und Finger der beiden Pianistinnen auf dem Bechstein-Flügel vollführten, glich einem furiosen Spielreigen. In Schwarz gekleidet, führten Fumiko Shiraga und Sara Derman äußere Harmonie vor. Dieser Gleichklang war auch beim Zusammenspiel auf dem Klavier zu hören. „Darf ich bitten?“, schienen die Musikerinnen dem Publikum zuzurufen, als sie Carl Maria von Webers „Aufforderung zum Tanz“ (1819) interpretierten.

Die Phasen eines Tanzes drückte das Duo mit famoser Musik aus: Von der Annäherung des Tänzers an den Tisch der Dame, über die Erwiderung der Auserwählten und den eigentlichen Tanz bis hin zum galanten Zurückbringen an den Sitzplatz. Von Antonin Dvoraks „Slawischen Tänzen“ op. 46 spielten Shiraga und Derman die Furianten Nr. 1 und Nr. 8. Für diese Stücke gilt die Spielanweisung „Presto“ (schnell), und das beherzigten die Pianistinnen temperamentvoll. Leise Abschnitte erklangen beseelt und feinfühlig.

Brillant und ausdrucksvoll gespielt, folgten die Nr. 1 und 6 der „Ungarischen Tänze“ von Johannes Brahms, seine 16 kurzen Walzer op. 39 und der fröhliche „Frühlingsstimmen-Walzer“ op. 410 von Johann Strauß (Sohn).

Im zweiten Konzertteil kredenzte das Duo die imposanten, walzerhaft-festlichen Klängen der „Dornröschen-Suite“ op. 66a von Peter Tschaikowski (Fassung von Rachmaninow). Zum Finale gelang dem Duo ein besonderer Hörgenuss und eine faszinierende Interpretation von Maurice Ravels berühmtem Boléro. Langer Beifall und zwei Zugaben. ARTIKEL LINKS

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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