400 Zuschauer waren begeistert vom Melsunger Auftritt des irischen Show-Ensembles „Dance Masters“

Tanzen, was die Sohlen hergeben

Flinke Füße, Livemusik und schöne Bilder: Die Show brachte einen Hauch von Irland-Sehnsucht in die Kulturfabrik. Fotos:  Mangold

Melsungen. Mit schnellen irischen Geigenklängen, fliegenden Füßen, klickenden Schuhen und melancholischen Liedern brachte die irische Stepptanz-Show „Dance Masters“ das Publikum in der Melsunger Kulturfabrik in Stimmung. Rund 400 Zuschauer ließen sich mitnehmen auf eine musikalische Zeitreise durch die Geschichte des irischen Volkstanzes, es wurde mitgeklatscht, gesungen und geschunkelt.

Eingebettet in eine Liebesgeschichte zeigten 14 junge Tänzer zunächst die Anfänge des Irish Dance mit einfacheren Schritten und Kreistänzen getrennt nach Männern und Frauen. Passend dazu gab es traditionelle Musik aus Irland, auch live gesungen und gespielt mit Geige, Banjo, Flöte und Gitarre. Zur Stimmung trugen auch die farbenfrohen Kostüme sowie eine Licht- und Bildershow mit Fotos der Grünen Insel bei.

Tanzlehrer auf den Dörfern

Weiter ging es ins 18. Jahrhundert, in dem die „Dance Masters“, wandernde Tanzlehrer, von Dorf zu Dorf zogen und der ländlichen Jugend das Tanzen beibrachten, mit Gruppen- und Solotänzen in verschiedenen Tanzstilen. Dann wurden die Klänge moderner mit dem Irish Dance der 60er-, 70er- und 80er-Jahre bis hin zur Gegenwart. Bekannt war dem Publikum die Melodie des irischen Volksliedes „The Wild Rover“ von dem eingedeutschten Schlager „An der Nordseeküste“, dessen populärer Refrain zum Mitsingen einlud.

Ausgefeilte Choreografien und die perfekt ausgeführten „Clicks“, das Klicken der Steppschuhe, mit denen die zahlreichen Facetten des irischen Tanzes ausgedrückt werden, gaben den Rhythmus der Musik vor, der manchmal an den schnellen Takt spanischer Kastagnetten erinnerte. Die beeindruckendsten Szenen dieser hochprofessionellen Fußarbeit wurden zusätzlich auf einer Videoleinwand gezeigt.

Andere Kulturen verstehen

Die bunte Mischung aus Tanz und Musik kam beim Publikum gut an. Normalerweise gehe sie nicht in so laute Shows, sagte die 75-jährige Gertrud Lischka. Aber eine irische Steppshow habe sie immer schon gerne einmal sehen wollen. „Man muss auch mal die Kulturen anderer Länder kennen lernen und versuchen zu verstehen, was anders ist. Das ist ein Beitrag zum Frieden“, meinte sie.

Frank Staudegger aus Hessisch-Lichtenau staunte über die Koordination der Tänzer: „Dass alle im gleichen Takt bleiben, das ist bewundernswert“, sagte er.

Nach mehreren Zugaben ging der Abend gemütlich zu Ende. Wer wollte, konnte im Anschluss noch Käsespieße, Wurstbrote oder Brezeln in der Kulturfabrik genießen.

Für die Dance Masters ging es von Melsungen weiter nach Bad Orb. Bis April nächsten Jahres ist das Ensemble mit insgesamt 110 Auftritten in Deutschland zu sehen.

Weiterer Bericht

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

Kommentare