In Frielendorf treffen sich regelmäßig Senioren zum Schwofen und Plaudern

Tanzen bei Torte und Tee

Genießen die Atmosphäre: Hildegard und Hans Wippich aus Treysa (oben), Erika und Kurt Ganß aus Holzhausen (unten) und Anna und Johann Eschinger kommen seit vielen Jahren zum Tanzen ins Frielendorfer Diakoniezentrum. Fotos: Rose

Frielendorf. Anna (83) und Johann (82) Eschinger haben Rhythmus im Blut. „Früher dachte ich immer, so alte Leute können nicht mehr schwofen – aber das geht noch ganz wunderbar“, sagt das Frielendorfer Ehepaar. Eschingers gehen regelmäßig, immer am letzten Sonntag im Monat, zum Frielendorfer Tanztee. Gern erinnern sie sich zurück an die Anfänge Mitte der 90er-Jahre im Schwarzen Adler in Todenhausen. Als noch Don Alfredo aufspielte. „Da war die Bude rappelvoll“, erzählt Johann Eschinger.

Heute ist die Runde übersichtlich geworden. „Angedacht war der Tanztee für Senioren ab 60 – aber Senior will ja heute keiner mehr sein“, sagt Organisatorin Roswitha Lange vom Förderverein Frielendorfer Altenhilfe. Deshalb soll jetzt ein neuer Name her. „Damit die Menschen die Scheu verlieren.“

Initiiert haben den Tanztee vor etwa 16 Jahren Doris Viehmann und Heini Dingel, seit zehn Jahren ist Roswitha Lange die Frau für Tanztee und Torte. „Zum Glück hat sich auch der Helferkreis etwas gefestigt, aber Hilfe könnten wir schon gebrauchen“, sagt Lange.

Schätzen die Unterhaltung

Die Eschingers schätzen das Angebot. Auch, wenn viele befreundete Paare heute nicht mehr mit am Tisch sitzen: „Man kann sich unterhalten und kommt mal in Bewegung“, erklärt Anna Eschinger. „Tanzen ist unser Leben – und das schon, seit wir 18 sind“, sagt Erika Ganß. Sie und ihr Mann Kurt (beide 82) kommen aus Holzhausen nach Frielendorf. „Und das schon immer und recht gerne.“ Zu besonderen Anlässen machen sie sich flott: Kurt und Erika führen zum Beispiel passend zur Karnevalssession stolz ihre Orden aus. Den Tanztee für sich entdeckt haben auch Hildegard (75) und Hans (76) Wippich aus Treysa. „In die Disko gehen wir nicht mehr und eine Möglichkeit zum Standardtanz gibt es in der ganzen Gegend nicht“, erzählt das Paar. Doch aus sie bedauern, dass ihr Tisch immer leerer wird. „Die Leute sterben uns weg – wir hätten gern mal wieder neue Gesellschaft.“

Für Musik sorgt seit fünf Jahren der 21-jährige Daniel Schneider aus Schwarzenborn. „Ich habe eine Weile gebraucht, um mich auf die Schlager der 60er- und 70er-Jahre einzustellen, aber mittlerweile klappts“, sagt er. Den Daniel, den hat Erika Ganß ins Herz geschlossen: „Das ist ein prima Junge.“ Roswitha Lange sagt: „Ich würde mich freuen, wenn bald neue Paare zu den Schlagern tanzen würden.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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