21-Jähriger aus dem Schwalm-Eder-Kreis wegen Einbruchs und Diebstahls verurteilt

Taten oft auch aus Verzweiflung

Fritzlar. Zu einem Jahr und drei Monaten Haftstrafe nach dem Jugendstrafrecht hat das Amtsgericht Fritzlar am Dienstag einen 21-Jährigen aus dem Schwalm-Eder-Kreis verurteilt.

Laut Anklage hatte der Beschuldigte von September 2013 bis Mitte Januar 2014 insgesamt zehn schwere Diebstahlsdelikte – in vier Fällen mit Wohnungseinbruch – in Borken und Umgebung begangen. Dabei war ein Sachschaden von etwa 24 000 Euro entstanden.

In den meisten Fällen handelte es sich um Einbrüche auf Fabrikgelände oder in Baufirmen. In drei Fällen verschaffte sich der Verurteilte unerlaubten Zugang in verschiedene Einfamilienhäuser in Trockenerfurth, als die Hausbesitzer gerade im Urlaub waren. In einem Fall brach er in der Nacht in ein Haus ein, während die älteren Bewohner des Hauses schliefen.

In der Wohnung des Angeklagten wurde einiges von dem Diebesgut sichergestellt, darunter drei Presslufthämmer, drei Motorsägen, 24 Trennscheiben, eine Axt, ein Navigationsgerät, zehn Uhren, eine Münzsammlung, ein Laptop und zwei Digitalkameras.

Schon früher war der junge Mann zweimal strafrechtlich in Erscheinung getreten, die Anklagepunkte wurden jedoch eingestellt. Dieses Mal gestand der 21-Jährige die meisten seiner Taten. Seit Ende Januar sitzt er in Untersuchungshaft.

Verwahrloste Verhältnisse

Das Gericht machte sich die Entscheidung nicht leicht und versuchte, mildernde Umstände für die Verbrechen des jungen Mannes geltend zu machen, der laut der Jugendgerichtshilfe schon seit langem in „verwahrlosten Verhältnissen“ lebt. Zu seiner Verteidigung wurde angebracht, dass er oftmals aus Verzweiflung und Hunger die Taten begangen habe, bei den Diebstählen seien auch Lebensmittel mitgenommen und direkt verzehrt worden. Auch das Ausmaß seiner Spielsucht ist noch nicht klar.

Sowohl Staatsanwalt als auch Verteidiger waren sich einig in dem Punkt, dass es unverantwortlich sei, den Angeklagten wieder sofort zurück in sein altes Leben zu entlassen. Die Gefahr für Wiederholungstaten durch sein altes Umfeld sei zu groß.

Aus diesem Grund stellte der Verteidiger des Angeklagten keinen konkreten Antrag. Laut Jugendgerichtshilfe brauche der 21-Jährige „eine Begleitung und Betreuung, die ihn auf seinem weiteren Weg unterstützt und ihm Struktur und Halt gibt“.

Der junge Mann hatte aber nochmal Glück im Unglück: Da er erst vor kurzem 21 Jahre alt und damit volljährig geworden ist, wurde die Strafe noch nach dem Jugendstrafrecht bestimmt. (kg)

Quelle: HNA

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