Taten aus Eifersucht und Liebeswahn

Molotowcocktails geworfen, Bremsen manipuliert: Prozess gegen 37-Jährigen

Schwalm-Eder. Er warf Molotowcocktails, durchschnitt Bremsleitungen, zerstach Reifen: Mit der unglücklichen Liebe zu einer Frau aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis kam ein 37-Jähriger nicht zurecht.

Das Landgericht Bayreuth verurteilte den Mann unter anderem wegen Brandstiftung zu sechs Jahren Gefängnis. In der Anklage war dem Mann noch Mordversuch vorgeworfen worden.

Der Berufskraftfahrer aus Hessen manipulierte aus verschmähter Liebe das Auto seiner Geliebten. Nur mit Glück hatte die Frau das Auto nach dem Losfahren wieder zum Stehen bringen können. Das Haus seines Nebenbuhlers im oberfränkischen Kulmbach bewarf der 37-Jährige mit Brandsätzen. Auch der Kulmbacher entging nur knapp den Anschlägen des Mannes: Er war rechtzeitig aufgewacht, konnte das Haus verlassen und mit einem Gartenschlauch die Flammen selbst löschen.

Vor Gericht räumte der 37-Jährige die Taten ein. Die Frau aus dem Schwalm-Eder-Kreis hatte er 2011 beim Hessentag in Oberursel kennengelernt. Er habe die ganze Zeit an eine feste Beziehung geglaubt. Als die heute 46-Jährige jedoch nach Oberfranken zu einem anderen Mann fuhr, nahm das Eifersuchts-Drama seinen Lauf. Der Angeklagte begann die Serie von Straftaten.

Aktualisiert um 16.05 Uhr

Die heimliche Liaison mit dem jüngeren Mann dauerte eineinhalb Jahre. Der Angeklagte habe gewusst, dass sie sich in einer Beziehung mit einem Mann aus Oberfranken befand, wehrte sich die Frau im Prozess gegen den Vorwurf, sie habe den 37-Jährigen bewusst getäuscht. Geschenke – Schmuck, Geld, Parfüm – habe sie aus Gutmütigkeit angenommen, freundliche SMS-Nachrichten nur geschickt, um ihre Ruhe zu haben. „Er war einfach nicht der Traummann.“ Ihre Beziehung zu demMann aus Kulmbach ging im vergangenen Jahr in die Brüche. Der Kulmbacher hätte nie gedacht, dass sie zweigleisig fährt, äußerte er vor Gericht.

Hintergrund: Liebeskrank ist keine Krankheit

Der Brandanschlag auf das Haus seines Nebenbuhlers in Kulmbach war kein Mordversuch, urteilte das Landgericht Bayreuth. Ein wesentlicher Grund für diese Bewertung ist laut Berichten des Nordbayrischen Kuriers das ungezielte Werfen des Molotowcocktails.

Das Schwurgericht verurteilte den Mann wegen zweier versuchter schwerer Eingriffe in den Straßenverkehr, Sachbeschädigung und schwerer Brandstiftung zu sechs Jahren Haft. Ein Psychiater hatte den Mann als voll zurechnungsfähig eingestuft. Der Richter dazu: „Jemand der liebeskrank ist, ist nicht im strafrechtlichen Sinne krank. Denn die Liebe ist einer der bestimmenden Faktoren im Leben.“

Von Sylke Grede 

Quelle: HNA

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