Ende für Homberger Stadtbus besiegelt - Taxi-Lösung kommt an

Wird zur Dauerlösung: Homberger können auch weiterhin Stadtfahrten über die Stadt abrechnen. Das Taxiunternehmen Meißner freut sich. Archivfoto: Yüce

Homberg. Das Aus für den Homberger Stadtbus ist nun besiegelt: „Es gibt einfach zu wenig Interesse“, sagt Bürgermeister Martin Wagner. Das bedeute gleichzeitig, dass die Homberger auch weiterhin auf das Taxi umsteigen können.

1,50 Euro für eine Stadtfahrt zahlen sie selbst, die Differenz zum Fahrpreis übernimmt die Stadt.

Bislang war die Taxi-Alternative eine Übergangslösung. „Damit haben wir die entstandene Lücke geschlossen“, sagte Wagner im Oktober, nachdem das Busunternehmen Grau bereits ein paar Monate zuvor den Stadtbusbetrieb eingestellt hatte, weil sich dieser nicht mehr rechnete. Die Firma hatte die Linie eigenwirtschaftlich, also ohne Zuschüsse der Stadt betrieben.

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Die 1,50 Euro, die von der Stadt für die Stadtfahrten übernommen werden, entsprechen in etwa der Summe, die man für eine ähnliche Fahrt mit dem Bus gezahlt hätte. „Wir werden bei der Regelung mit dem Taxiverkehr bleiben“, betont Wagner. Der Bedarf sei einfach nicht zum Ausdruck gekommen, und ohne ausreichendes Interesse sei eine Stadtbuslinie nicht rentabel, fügte er an. Denn die Kosten für eine Stadtbuslinie in vergleichbaren Orten lägen bei bis zu 70 000 Euro. Durch die Taxi-Regelung würden für die Stadt nicht einmal zehn Prozent dessen anfallen. 3000 Euro seien dafür im Haushalt angesetzt.

„Das System ist ganz einfach“, erklärt Wagner. Man müsse sich die Taxifahrt im Stadtzentrum quittieren lassen und den Besuch beim Arzt. Bei einem Einkauf reiche auch neben der Taxiquittung der Einkaufszettel mit Datum und Uhrzeit. Beides müsse man dann bei der Stadt einreichen.

Bislang gebe es etwa zehn Personen, die das Angebot regelmäßig nutzen. „Der Vorteil ist, dass sie von der Haustür abgeholt und direkt zum Zielort gebracht werden“, sagt Helmut Wagner von der Stadtverwaltung. Diese Lösung komme gut an. Sie sei passgenau und kostengünstig, fügt Wagner an. Zudem biete sie ein Höchstmaß an Flexibilität für die Nutzer.

Das Aus für den Stadtbus sorgt aber auch für ein weiteres Problem: Im Winter nutzten auch Kinder, die am Bahnhof und in Holzhausen wohnen, diese Linie, um zur Grundschule zu kommen. „Wir haben mit den betroffenen Eltern gesprochen und ebenfalls den Bedarf abgefragt“, sagt Wagner. Da die Entfernung zur Schule geringer als zwei Kilometer Luftlinie sei, würden die Kosten nicht vom Landkreis übernommen. Und für die Stadt gebe es keine Beförderungspflicht.

Dennoch habe man auch für sie eine Lösung parat. Die Kinder können sich jetzt bei schlechtem Wetter von einem Großraumtaxi zur Schule fahren lassen. „Es war ebenfalls ein geringer Bedarf und wir wissen noch nicht, wie das Angebot angenommen wird“, sagt Wagner. (may)

Quelle: HNA

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