Familienzentrum bietet Schutz vor Vernachlässigung

Teenie-Mütter sind häufig überfordert

Schwalm-Eder. Gestern noch den Teddybär im Arm, heute schon ein Baby: Für einige Mädchen im Schwalm-Eder-Kreis ist die unbeschwerte Zeit vorbei. Nach Schätzungen sind es im Landkreis neun neue Teenie-Mütter pro Jahr. 7000 junge Mütter unter 18 Jahren gibt es jedes Jahr in Deutschland.

Eine genaue Zahl, wie viele Teenie-Mütter es derzeit im Schwalm-Eder-Kreis gibt, kann Christiana Kuhnt vom Familienzentrum in Homberg nicht nennen. „Sie ist nicht hoch“, sagt sie. Doch hat sich laut Diakonischem Werk die Zahl der Schwangerschaften bei Mädchen unter 15 Jahren in den vergangenen zehn Jahren landesweit drastisch erhöht. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden ist die Zahl der Geburten bei Mädchen die 15 Jahre und jünger sind, relativ stabil: 496 dieser Fälle zählten die Statistiker im Jahr 2004. Schätzungsweise werden etwa 10 von 1000 Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren pro Jahr schwanger.

Derzeit treffen sich im Teenie-Müttertreff des Familienzentrums in Homberg sechs junge Mütter. „Wir wollen ihnen ein Leben mit ihren Kindern ermöglichen“, sagt Kuhnt. Sehr junge Mütter fühlten sich oft ausgegrenzt.

Ziel des Projekts, dass es im Schwalm-Eder-Kreis seit anderthalb Jahren gibt, sei der Schutz vor Vernachlässigung und vor Gewalt an Kindern. Häufig fühlten sich die Frauen überfordert. „Vorstellung und Realität gehen weit auseinander“, weiß Kuhnt. „Wenn jemand als Babysitter arbeitet, weiß er nicht, wie es ist ein Kind zu haben.“ Nach der Geburt folge die Ernüchterung. Andere Mädchen wüssten kaum etwas über Verhütung oder gingen nachlässig damit um. Die Pille danach kenne nur jede Zweite. Geplant seien die Schwangerschaften meist nicht. Mit der neuen Lebenssituation seien die Kinder, die Kinder bekommen aber nicht allein: „Wir helfen ihnen, Fuß zu fassen.“

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Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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