Neuer Verein in Ziegenhain möchte das Gemeinwesen in der Schwalm fördern

Im Aufbau: Für eine eigene kleine Bibliothek sind Bücherspenden willkommen.

Ziegenhain. Talente entdecken – gemeinsam erleben: So lautet das Motto des neuen Vereins „Teilhabe“ mit Sitz in Ziegenhain. Vorsitzender Reinhard Flöder erklärt die Idee: „Wir sind ein Gemischtwarenladen – wir bieten das an, was gewünscht wird.“

Das Vereinshaus in der Junker-Hoose-Straße soll Kontakt- und Anlaufstelle für Jedermann sein. „Es gibt immer mehr Menschen, die Gefahr laufen, zu vereinsamen“, sagt der Sozialpädagoge. „Wir wollen das Gemeinwesen fördern.“

Reinhard Flöder hat Beispiele: Vor längerer Zeit meldete sich ein Herr, der jahrelang seine schwerkranke Frau gepflegt hatte. „Kontakte waren über die Jahre verloren gegangen.“ Im Verein traf er eine ebenfalls ältere Dame. „Mittlerweile machen die beiden zusammen Ausflüge“, erzählt der Vorsitzende. Das Angebot richte sich an Menschen, die Fertigkeiten haben und bereit seien, diese anderen zu vermitteln. Aber eben auch an Menschen, die Hilfestellungen benötigten oder den Wunsch nach Gemeinsamkeit hätten. „Über diese Teilhabe können eigene Fähigkeiten entdeckt und gemeinsam erlebt werden“, sagt Flöder.

Das Konzept sieht viele Bausteine vor. Es umfasst EDV-Schulungen genauso wie Gesprächskreise, die Organisation von Nachbarschaftshilfe sowie Beratung. „Vorstellbar wäre, dass etwa der Jugendpfleger hier im Haus Sprechstunden abhält“, erläutert Flöder. Dabei versteht sich der Verein nicht als Konkurrenz. „Die meisten Vereine haben eine spezielle Aufgabenstellung, es gibt allerdings wenig Kooperation. Die wollen wir fördern.“ Mit im Boot ist deshalb unter anderem auch Silvia Naumann-Rathaj, die bereits Ehrenamts-Lotsin in Schwalmstadt ist.

Bis jetzt hat der Verein 20 Mitglieder. „Unser Ziel ist eine Art Ehrenamtsbörse“, erklärt Flöder. Angebote sollen über eine Internetseite bekannt gemacht werden. „Schön wäre eine Forum, wo Menschen ihre Ressourcen anbieten und andere davon profitieren“, sagt der Vorsitzende. Im Aufbau ist ebenfalls eine kleine Bibliothek, für die Bücherspenden willkommen sind. „Ein älterer Herr sagte neulich zu mir, das sei ja wie auf dem Dorf – da würde man sich auch noch gegenseitig helfen“, erklärt Flöder. „Genau das ist unser Ziel.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Kommentare