Telekom hat die Leitung zur Pizzeria San Remo in Borken gekappt

Erhalten keine Anrufe: Toni und Nicole Iuzzolini von der Pizzeria San Remo in Borken. Foto: Yüce

Borken. Dieser Anschluss ist nicht vergeben: Wenn Geschäftsleute über Wochen hinweg keinen Telefonanschluss haben, ist das geschäftsschädigend.

Diese bittere Erfahrung machen derzeit Nicole und Toni Iuzzolini aus Borken. Denn ihre Pizzeria San Remo ist seit dem 27. Januar nicht mehr per Telefon zu erreichen. Dabei wollten die Iuzzolinis einfach nur ihren seit über 20 Jahren bei der Telekom bestehenden analogen Anschluss auf den digitalen Magenta-Tarif umstellen.

„Das war ein großer Fehler“, sagt Nicole Iuzzolini. Denn statt einer schnelleren Verbindung haben sie nun keinen Telefonanschluss mehr. Bereits am 27. November habe sie bei der Telekom angerufen, um einen neuen Wlan-Router zu bestellen. „Unserer war über 15 Jahre alt“, sagt sie. Die Telekom-Mitarbeiterin habe ihr den Magenta-Anschluss angeboten und viele Vorteile genannt.

In deren Genuss sind die Iuzzolinis bislang nicht gekommen. Im Gegenteil: „Da ich nach all den Jahren meine Zugangsdaten nicht mehr hatte, versicherte man mir, dass man sie mir zuschicken würde“, erinnert sich Nicole Izzolini. Gleich am nächsten Tag kam dann auch das Paket mit dem neuen Gerät. Das Fach aber, in dem die Zugangsdaten stecken sollten, war leer. „Da habe ich mir keine Sorgen gemacht. Unsere Nummer funktionierte ja“, sagt sie.

Auf Nachfrage versicherte man ihr, die Daten umgehend per Mail zu senden. „Es sollte nur Minuten dauern“, sagt Nicole Iuzzolini. Aber es geschah nichts. Ihr Mann Toni sagt, dass er froh sei, dass es seine Frau war, die mit der Telekom gesprochen habe. „Ich habe dafür zu viel italienisches Temperament.“

Nicole Iuzzolini behielt die Nerven. Versuchte mit unterschiedlichen Telekom-Mitarbeitern eine Lösung zu finden. Denn der Tag der Umstellung auf das digitale Netz rückte näher. Ihr war klar: „Keine Zugangsdaten, keine Installation.“ Langsam wurde auch sie nervös. Der Dezember verging ohne Nachricht von der Telekom. Das für die Gastronomin ärgerlich, aber die Kunden bekamen nichts davon mit.

Das änderte sich schlagartig am 18. Januar: Die Telefonleitung war tot. Vier Tage. Dann erhielten die Iuzzolinis einen Brief mit den Zugangsdaten. Allerdings funktionierte die Anmeldung nicht. Systemfehler. Wieder Gespräche mit der Telekom - mit der kostenpflichtigen Störungsstelle, mit Technikern. Mit einem Teilerfolg. Eine Rufumleitung wurde auf das Handy der Iuzzolinis eingerichtet. „14 Tage ging das gut. Dann wurde die Umleitung gekappt“, sagt sie. Seit dem 27. Januar ist die Pizzeria auf dem Festnetz nicht zu erreichen. Anrufer erhalten die Ansage: „Dieser Anschluss ist nicht vergeben.“

„Das ist ein echtes Problem. Nicht nur, weil wir keine Reservierungen und keine Pizza-Bestellungen annehmen können. Die Leute denken doch, wir hätten zu gemacht“, sagt die Wirtin. Das Mitnahmegeschäft sei total eingebrochen. Täglich blieben etwa 40 Prozent der Gäste aus. Die Iuzzolinis befürchten Spätfolgen. „Wer diese Ansage erhält, ruft nicht mehr an.“

Die Mitarbeiter der Telekom hätten ihr gesagt, sie solle den entgangenen Gewinn notieren, der Telefonanbieter sei versichert, sagt sie. Die Iuzzolinis haben jetzt einen Rechtsanwalt eingeschaltet.

• Zu erreichen ist die Pizzeria San Remo nur per Handy: 0173/710 95 60.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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