Tennisclub Treysa und ESV Jahn planen Verschmelzung

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Hier soll bald wieder mehr Betrieb sein: Die Vorstände des Tennisclubs Treysa und des ESV Jahn sind aktuell im Gespräch. Geplant ist eine so genannte Verschmelzung, mit der der Tennisclub künftig eine Sparte im Sportverein wäre.

Treysa. Schon seit mehreren Jahren stimmt die Gewinn- und Verlustrechnung des Tennisclubs Treysa den Vorstand nachdenklich: Der Grund ist mangelnde Nachfrage am weißen Sport. "In der Spitze hatten wir 250 Mitglieder, heute sind es noch 90", sagt der Vorsitzende Rolf Herter.

Deshalb habe man Kontakt zum Vorsitzenden des ESV Jahn Jochen Helwig aufgenommen. Geplant ist eine so genannte Verschmelzung. "Der Verwaltungsrat hat sich beraten. Wir werden in der Jahreshauptversammlung über den Plan abstimmen. Zwei Drittel der Mitglieder müssen zustimmen", erklärt er.

Einst sei Tennis ein durchaus elitärer Sport gewesen, erklärt Herter. "Der Sport war nicht billig. Als ich 1971 in den Club eintrat, musste ich 500 D-Mark Aufnahmegebühr zahlen und einen Leumundsbürgen haben." Aus dem Elitesport sei mit Steffi Graf und Boris Becker aber ein echter Volkssport geworden.

Auch in Treysa frönten besonders die Jungen der neuen Sportart. "Wir konnten den Ansturm kaum bewältigen", sagt Herter. Mitte der 1990er-Jahre kam dann der große Knick. Was blieb, waren die Unterhaltungskosten für Plätze und die Immobilie. "Wir hatten einen ständigen Rückgang der Mitglieder. Zudem wurde die Alterspyramide zu kopflastig", erläutert der Vorsitzende. Schon seit mehreren Jahren sei der Verein nun in Schieflage. Bemühungen, Kosten durch Eigenleistung einzusparen, reichten nicht aus. "Wir haben aktiv um neue Mitglieder geworden. Aber gebracht hat es unterm Strich nichts", sagt Herter. Die Gründe für die mangelnde Nachfrage seien vielfältig: "Es gibt immer mehr Trendsportarten. Ein anderer Faktor ist, dass sich die Gesellschaft stärker individualisiert immer weniger wollen sich in Vereinen verpflichten." Dabei sei Tennis längst kein teurer Sport mehr. "Mitglieder zahlen monatlich 15 Euro. Anfängern stellen wir die Schläger zur Verfügung."

Mehr Fördermöglichkeiten

Helwig sieht in der Verschmelzung neue Chancen: "Wir erweitern damit unser Angebot. Auch die Nähe zu anderen Abteilungen schätze ich als Vorteil. Dadurch können wir dem Nachwuchs den Sport näher bringen." Zudem könne der Verein Förderung generieren. Das Beitragsgefüge werde beibehalten. ESV-Mitglieder aktuell zahlt jedes Mitglied neun Euro im Monat zahlten künftig für Tennis den entsprechenden Differenzbetrag von sechs Euro. Herter ist überzeugt: "Das ist die große Chance für den Tennisclub." Auch Helwig ist guten Mutes: "Das kann der ESV verkraften. Etwaige Mehrausgaben werden wir nicht auf unsere Mitglieder umlegen."

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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