Teuer und undicht: In den Anbau der Neuenbrunslarer Kita regnet es rein

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Die offene Stelle an der Decke ist mit Tüchern abgedeckt: Der fünfjährige Joel und der vierjährige Fabian (von links) lassen sich davon nicht beim Spielen an der Kugelbahn stören.

Neuenbrunslar. Der Anbau am Kindergarten in Felsberg-Neuenbrunslar sorgt seit Jahren für Unmut, weil die Kosten immer weiter gestiegen sind. Jetzt kommt ein weiteres Ärgernis hinzu: Der teure Anbau ist nicht regendicht.

Die genaue Ursache hierfür sei noch unklar, sagte Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz auf HNA-Anfrage. „Es regnet nicht immer rein, sondern nur bei bestimmten Wetterlagen“, erklärte er.

Hintergrund

Die Kosten für die energetische Sanierung des Kindergartens in Neuenbrunslar und den Ausbau für eine U3-Gruppe im Jahr 2011 hatte der beauftragte Architekt ursprünglich auf mehr als 690.000 Euro geschätzt. Den Stadtverordneten war das zu teuer, sie forderten eine Umplanung. Damit wurden nur noch 507.000 Euro veranschlagt.

Doch dann stiegen die Kosten nach und nach doch - auf schließlich insgesamt 750.000 Euro. Die Stadtverordneten hatten verärgert auf die steigenden Kosten reagiert und mehr Transparenz gefordert, wohin das Geld fließe.

Bereits seit mehr als einem Jahr laufen Untersuchungen, um die Ursache festzustellen. „Wir wissen noch nicht, ob der Fehler bei der Planung oder beim Bau gemacht wurde“, führte Steinmetz aus. Im Frühjahr werde es einen weiteren Termin mit einer Gutachterin vom Gericht geben.

Der Raum könne aber trotz der eintretenden Feuchtigkeit genutzt werden, da bislang keine Schimmelbelastung festgestellt wurde. „Gott sei Dank“, sagt Kita-Leiterin Ruth Baumanns dazu. In der Kita laufe der Betrieb erstmal weiter wie bisher, berichtet sie. „Wenn es reinregnet, stellen wir Schüsseln drunter“, sagt Baumanns. „Es kam schon mal vor, dass wir fünf Schüsseln brauchten, um das Wasser aufzufangen - da wird es dann schon etwas eng im Raum.“

Derzeit gebe es aber wenig Probleme mit der Feuchtigkeit. Schlimm sei es vor allem im vergangenen Winter gewesen, als es oft Dauerregen gab, erzählt Baumanns.

Doch jetzt klafft an der Zimmerdecke eine offene Stelle: Einige Platten wurden abgenommen, um nach der Ursache für das Leck zu suchen und nachzusehen, ob sich Schimmel gebildet hat.

 Über die offene Stelle an der Decke haben die Kita-Mitarbeiter bunte Tücher gehängt, damit es gemütlicher aussieht. „Jetzt bleibt uns nichts anderes übrig, als abzuwarten“, sagt Kita-Leiterin Baumanns.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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