Teure Planung

Kosten für Regiotram-Haltestelle in Schwarzenberg steigen

Durchfahrt: Noch hält sie nicht an – die Regiotram. Am Bahnübergang sollen die Haltestellen gebaut werden. Archivfoto: Dewert

Schwarzenberg. Die Kosten für die Planung der Regiotram-Haltestelle in Schwarzenberg steigen: Statt 50.000 Euro muss die Stadt Melsungen jetzt 90.000 Euro zahlen - wenn die Stadtverordneten den Mehrkosten im Stadtparlament zustimmen.

Insgesamt entstünden für den auf 1,7 Millionen Euro geschätzten Bau Planungskosten in Höhe von 180.000 Euro. Das teilte Thomas Garde, Leiter des Haupt- und Personalamtes der Stadt Melsungen mit. An den Kosten beteiligt sich allerdings der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) zur Hälfte.

Bei den 50.000 Euro, die zunächst eingeplant und im Haushalt vorgesehen waren, habe es sich um eine erste Schätzung gehandelt, sagte Garde. Die geschätzten Baukosten seien aber insgesamt gestiegen und damit auch die Planungskosten. Über die Mehrkosten sollen die Stadtverordneten am 30. September abstimmen - Probleme werden dabei nicht erwartet, da das Vorhaben parteiübergreifend begrüßt wird.

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Stimmen die Stadtverordneten zu, kann die Planung beginnen. Diese könnte Ende 2015 abgeschlossen sein. Mit ihr werde auch ein Antrag über Fördergeld bei Bund und Land gestellt - wird der Antrag genehmigt, werden 90 Prozent der Kosten übernommen. Zehn Prozent müsse die Stadt zahlen, sagte Garde. Das könnten, wenn es bei bisher geschätzten Kosten von 1,7 Millionen bliebe, weitere 170.000 Euro sein.

Die Förderung sei sicher, sagte Steffen Müller, Personalchef und stellvertretender Pressesprecher beim NVV. Grundlage dafür sei eine Rahmenvereinbarung der Verkehrsverbünde und der Deutschen Bahn. Bei den 90 Prozent handele es sich um eine besonders hohe Förderung, sagte Müller.

Der Bau der Haltestelle könnte 2017 beendet sein, sagte Hauptamtsleiter Garde.

Die SPD kündigte bereits in einer Pressemitteilung Zustimmung trotz der Mehrkosten an. „Das werden wir trotzdem akzeptieren“, sagt der SPD-Vorsitzende Volker Wagner. Denn die ursprünglichen Zahlen datieren aus dem Jahr 2004. Man habe deshalb mit einer höheren Summe rechnen müssen.

Allerdings kritisierte die SPD die lange Planungszeit von über zwei Jahren, an die sich noch eine ähnlich lange Bauzeit anschließen werde. Das sei auch gegenüber dem NVV deutlich gemacht worden.

Seit Ende der 1990er Jahre gibt es die Überlegungen, Schwarzenberg an die Regiotram anzuschließen. Seit 2004 gibt es konkrete Vorhaben. Damals hatten fast 90 Prozent der Schwarzenberger einem Anschluss zugestimmt.

Von Max Holscher

Quelle: HNA

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