Neukirchener Geschäftsmann muss 1000 Euro wegen Bedrohung eines Beamten zahlen

Beleidigung: Teurer Konflikt mit Polizist

Schwalmstadt. Weil er einen Polizisten mit der Faust bedroht und beleidigt haben soll, muss ein Neukirchener Geschäftsmann 1000 Euro an den betroffenen Beamten zahlen.

Bei der Urteilsverkündung am Freitag am Schwalmstädter Amtsgericht ging es um eine Auseinandersetzung aus dem Januar 2008, nach der ein Homberger Polizist den Geschäftsmann auf Schmerzensgeld verklagt hatte. Der Polizist hatte angegeben, sich bei bei dem Konflikt eine Zerrung zugezogen zu haben.

Die Geschichte hatte mit einer zunächst harmlosen Verkehrskontrolle in Neukirchen begonnen. Der Homberger Beamte war mit einem Kollegen auf Verkehrsstreife gewesen, als ihm vor dem Betriebsgelände des jetzt Verurteilten ein Kompressoranhänger auffiel, der keine Zulassung hatte. Als der Beamte Fotos von dem Anhänger machte, um die Ordnungswidrigkeit zu dokumentieren, kam der Geschäftsmann auf ihn zu.

Drohung mit der Faust

Wie dieser selbst beim Verhandlungstag zugegeben hatte, hob er gegen den Polizisten die Faust und drohte ihm an, die Kamera aus der Hand zu schlagen. Beim Ausweichen machte der Bedrohte eine Drehbewegung. Bei dieser habe er sich eine Zerrung der Lendenwirbelsäule zugezogen, hatte der Polizist vor Gericht ausgesagt. Außerdem beschuldigten beide Beamte den Geschäftsmann, verbal ausfällig geworden zu sein. Unter anderem habe er über „Mafia-Methoden“ der Polizei geschimpft.

Ob er gegen das Urteil Berufung vor dem Landgericht Marburg einlegt oder die 1000 Euro zahlt, wollte der Neukirchener auf HNA-Anfrage noch offen lassen. Zunächst müsse er sich mit seinem Anwalt abstimmen. „Die Sache schreit nach Ungerechtigkeit“, kommentierte er das Urteil.

Um sich gegen das aus seiner Sicht unkorrekte Vorgehen der Beamten zu wehren, wolle er andere betroffene Menschen mit einer Anzeige aufrufen, ihre Erlebnisse zu schildern.

Von Bastian Ludwig

Quelle: HNA

Kommentare