Taxiunternehmen können trotz hoher Benzinpreise nicht einfach Fahrpreis erhöhen

Teurer Sprit – Preis bleibt

Entsetzter Blick auf die Tankuhr: Taxiunternehmer Herbert Gessner macht wegen der hohen Preise derzeit kein gutes Geschäft. Die Fahrpreise werden in Homberg vom Landratsamt festgelegt. Er selbst ist machtlos. Foto: Holscher

Fritzlar-Homberg. Der Halt an der Zapfsäule ist für alle Autofahrer derzeit eine teure Angelegenheit. Diejenigen, die besonders unter den hohen Preisen leiden, sind die Taxiunternehmen. Sie ächzen unter den steigenden Preisen.

„Es ist eine Sauerei“, klagt Taxiunternehmer Herbert Gessner über die rund 1,50 Euro für den Liter Diesel. Wegen der hohen Benzinpreise mache er derzeit keinen Gewinn. „Es geht null auf null auf“, sagt der 64-Jährige.

Vier Taxen und einen Mietwagen umfasst seine Taxikolonne. Die Preise ließen sich nicht so einfach erhöhen. In Homberg und Melsungen sei dafür das Landratsamt zuständig. Die Preise kann Gessner also nicht selbst festlegen.

„Im Herbst hat es die letzte Erhöhung für den Taxipreis gegeben, um 10 Cent“, erklärt Gessner. „Das haben die hohen Spritpreise doch schon längst wieder aufgefressen.“

2,50 Euro beträgt der Grundpreis, wenn ein Kunde in das Taxi einsteigt. 1,50 Euro kostet dann der Kilometer. Darin enthalten seien die Löhne seiner zwei festangestellten Fahrer, der zahlreichen 400 Euro Kräfte, der verschlissenen Reifen und noch mehr. „Ich lege den Fahrern schon ans Herz, spritsparend zu fahren“, sagt Gessner. Hätte er gewusst, wie sich die Spritpreise entwickeln würden, hätte er sich nicht vor zwölf Jahren selbstständig gemacht.“

85 Prozent seines Umsatzes macht Gessner mit Krankenfahrten. Den Rest mit sogenannten „Barfahrten“, also regulären Taxikunden. Die Krankenfahrten werden von den Krankenkassen übernommen und die würden einen wesentlich schlechteren Kilometerpreis bezahlen. „Die Kassen wollen einen Preis , der unter einem Euro pro Kilometer liegt“, klagt Gessner.

Falls die Taxiunternehmen dann nicht auf die Angebote der Kassen eingingen, würden diese auf die billigeren Mini-Cars aus Kassel ausweichen. „Aus der Rente mit 65 wird leider nichts“, sagte Gessner.

Von Max Holscher

Quelle: HNA

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