Häufig verschwinden Dachrinnen und Rohre von Baustellen

Teures Kupfer lockt viele Metalldiebe an

Schwalm-Eder. Sie haben es auf Dachrinnen, Rohre und Blumenkübel abgesehen. Auch im Schwalm-Eder-Kreis sind Metalldiebe häufig unterwegs, wie die Statistik der Polizei belegt.

Besonders beliebt ist Kupfer, das in den vergangenen Jahren als Rohstoff deutlich im Preis gestiegen ist.

27 Diebstähle von Altmetall hatte die Polizei Schwalm-Eder im Jahr 2006 verzeichnet, sagte Polizeipressesprecher Reinhard Giesa. Im Jahr danach stieg die Zahl auf 101, im vergangenen Jahr waren es 59 Delikte. Es gebe einen erkennbaren Zusammenhang zum Kupferpreis, bestätigte Giesa.

Außerdem sei das Polizeipräsidium Nordhessen im hessenweiten Vergleich besonders stark betroffen. Das Metall würden die Diebe dann an Schrotthändler verkaufen, um es zu Geld zu machen. Es sei für die Händler dabei nicht immer klar, ob es sich um Diebesgut handele, erklärte Giesa. In der Regel würden die Kupferräuber nicht mit kompletten Rohren oder Dachrinnen zum Käufer gehen, sondern sie dengeln, also platt klopfen.

So sind sie oft schwer identifizierbar. Ob es beim Handel dann um Hehlerei geht, entscheide der Richter. Dieser unterscheide beim Ankauf zwischen bösgläubig und gutgläubig. Bösgläubig bedeutet, dass der Schrotthändler ahnt, dass Diebesgut im Spiel ist. Dann kann er als Hehler verurteilt werden.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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