Theater Laku Paka entführte in Frau Mangolds kleinen Garten

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Das Theater Laku Paka spielte in der Scheune des Hofguts Richerode das Stück "Frau Mangolds kleiner Garten".

Jesberg. Frau Mangold ist berühmt für ihre Gemüsezucht, sie kennt sich aus mit der Natur. "Das Geheimnis sind die Gießkannen", behauptet sie. Und sie muss es wissen, denn sie befindet sich im oft im Gespräch mit ihren Gartengeräten, den Pflanzen und Tieren in ihrem Garten.

Das Theater Laku Paka aus Kassel war im Rahmen des Kultursommers zu Gast in der Scheune des Hofgutes Richerode in Jesberg und spielte das Theaterstück für Kinder ab drei Jahren "Frau Mangolds kleiner Garten". Einzige menschliche Akteurin war Kerstin Röhn, die als Gärtnerin Frau Mangold nicht nur mit Harke und Handschuh wie mit alten Freunden sprach, sondern auch Gerätschaften, Tieren und Pflanzen ihre Stimme lieh.

Neuer Blickwinkel

Das ergab witzige Dialoge, denn die Gerätschaften hatten oft eine ganz eigene Ansicht: "Du gehst mir doch nur zur Hand, die Arbeit mache ich", sagte die Harke zur Gärtnerin und zeigt damit einen ganz neuen Blickwinkel auf die Gartenarbeit. Nicht nur die Harke, auch der Handschuh und der Gartenschlauch hatten lustige Kulleraugen, mit denen sie sehr lebendig wirken. Rund um die frechen Gartengerätschaften entwickelten sich spannende kurze Geschichten, die auch die kleinsten Zuschauer fesselten und bei besonders spannenden Stellen von den Strohballen und Bänken hoch rissen.

Mitmachen und auf Fragen antworten gehörte zur Inszenierung. Die Theaterstücke schreibt Kerstin Röhn selbst, manche Stoffe bearbeitet sie neu. Als studierte Musikerin komponiert sie auch die Musik. Seit dem Jahr 1983 hat sie sich mit Günter Staniewski auf das Spiel mit Figuren spezialisiert. Die beiden Puppenspieler zeigen in ihrem Laku Paka Theater alle Arten von Theaterfiguren, von der Handpuppe, der Marionette, dem Schattenspiel, dem Objekttheater, von der Klappmaulfigur bis hin zum Mikrotheater.

Über 60 Gäste hatten Freude am Puppentheaterstück über Frau Mangolds Garten, fieberten mit der Raupe auf der Flucht vor dem Frosch, lachten mit dem Handschuh über die verlorenen Haare von Rezzo, dem Gartenschlauch, und schunkelten mit zur launigen Musik.

Seit zehn Jahren zu Gast

Die Hälfte der Besucher waren Bewohner der Hephata-Wohnstätte Gut Richerode. "Das Laku Paka Theater hat bei uns schon Tradition", sagte Dieter Umbach, Teamleiter des Wohnbereichs. Seit zehn Jahren spiele das Theater in der Scheune des Hofgutes. "Für uns ist es wichtig im Rahmen der Inklusion, Menschen aus der Umgebung auf den Hof zu holen, Gemeinschaften zu schaffen und Berührung mit den Menschen hier zu ermöglichen", sagte Umbach.

Auf dem Hofgut leben 22 Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung. In Jesberg wurde ein Haus für ältere Bewohner behindertengerecht und barrierefrei gebaut und im Juni bezogen, das den dort lebenden 14 Bewohnern ermöglicht, zu Fuß Kontakte in Jesberg zu pflegen. Auch zwei Wohnungen in Jesberg gehören mit zur Einrichtung.

Quelle: HNA

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