Theater im Tante-Emma-Laden - Vorbereitung auf Vorstellungen

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Proben für einen Dreiakter: Seit November bereiten sich die Hobbyschauspieler der Theatergruppe des Allendorfer Gesangvereins auf ihren Auftritt im Saal des Gasthofes Rockensüß vor. Der Vorhang hebt sich am dritten Januar-Wochenende. 

Allendorf/Landsburg. So mancher Ort steckt in diesen Tagen in den Vorbereitungen zum närrischen Treiben der fünften Jahreszeit. In Allendorf/Landsburg geht es regelmäßig mit jeder Menge Narretei auf die Bretter, die die Welt bedeuten.

Die Laienschauspieler des Allendorfer Gesangvereins sind mit ihren Theaterabenden im Januar zur festen Größe geworden, der Saal im Gasthof Rockensüß verwandelt sich dann in ein improvisiertes Schauspielhaus.

Insgesamt zehn Akteure bereiten sich seit November auf drei Vorstellungen vor: Dabei ist der Regiestuhl der Platz von Anneliese Schmerer, die mit kritischem Blick in das Textbüchlein die Proben begleitet. „Bis alles sitzt, vergehen anstrengende Wochen“, sagt sie. „Die verflixte Heilquelle“ heißt der Schwank in drei Akten.

Hauptdarsteller sind darin die Schwestern Josefine und Katharina Buttermilch, die einen kleinen Tante-Emma-Laden leiten. Nach dem Tod ihres Bruders Ernst erben beide die neben ihrem Haus liegende Auenwiese samt Quelle. Auf diese geheimnisvolle Quelle sind die beiden Dorfmaffiosis scharf. Sie vermuten eine wertvolle Heilquelle und wollen damit das große Geschäft machen. Um die Zuwegung zur Auenwiese zu bekommen, haben sie sich unrechtmäßig das Haus von Ernst unter den Nagel gerissen. Sehr zum Leidwesen von Pfarrer Allonsius Braun, der das Anwesen gerne käuflich übernommen hätte, um dort endlich seinen Traum zu erfüllen - nämlich einen Kindergarten zu bauen. Jeder hat seine Hände im Spiel, vor allem der neugierige Briefträger Otto.

Seit Ende Dezember fühlen sich die Allendorfer im Dorfladen-Ambiente in ihre Figuren ein. Zuvor haben sie selbst gewerkelt, das Bühnenbild erarbeitet und mit Requisiten ausgestattet. Das Inventar wandert stets aus Allendorfer Haushalten ins improvisierte Schauspielhaus. Im dritten Jahr gibt es einen nummerierten Sitzplan: „Das ist zwar organisatorisch mehr Arbeit, aber die Gäste sind zufriedener, wenn sie vorab wissen, wo sie sitzen“, erklärt Vorsitzender Gerhard Schmitt.

Aufgeregt sind die Akteure vor jedem ihrer Auftritte immer noch - obwohl viele seit vielen Jahren zur Truppe gehören: „Entweder hilft vorher etwas Süßes oder ein Schnäpschen“, ist die Erfahrung der Regisseurin. (zsr)

Quelle: HNA

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