Funkfrequenzen werden jetzt von Mobilfunkkonzernen genutzt

Theaterbühnen droht Ausfall der Mikrofone

Wolfhager Land. Auf Freilichtbühnen, Kirchengemeinden und Theater- und Musikgruppen kommen zum Teil erhebliche Kosten für neue Mikrofontechnik zu. Der Grund: Die bislang genutzten Funkfrequenzen für die drahtlosen Mikrofone wurden an vier große Mobilfunkbetreiber vergeben. Diese sollen mit diesen Frequenzen das Breitbandnetz für Mobilfunk bundesweit flächendeckend ausbauen.

Das Problem ist, dass die Mobilfunksender die bestehenden Mikrofonanlagen stören können, erklärt Reinhard Jansen, Präsident des Verbandes Deutscher Freilichtbühnen Nord. Zwar könnten die Freilichtbühnen und andere Nutzer drahtloser Mikrofone noch bis 2015 die bisherigen Frequenzen nutzen, doch sei ein störungsfreier Betrieb nicht gesichert. Schon in diesem Sommer seien Totalausfälle der Anlagen der Freilichtbühnen zu befürchten. Das wäre im Wolfhager Land vor allem für die Waldbühne Niederelsungen eine Katastrophe. Vom 25. Juni bis 3. September steht dort die aufwändige Inszenierung von Ben Hur auf dem Spielplan.

Ab 2015 stehen dann neue Frequenzen zur Verfügung. Doch das, so Jansen, löse das Problem nicht. Denn die vorhandenen Anlagen müssen auf die neuen Frequenzen umgestellt werden, beziehungsweise es müssten ganz neue Mikrofonanlagen gekauft werden. Für viele Freilichtbühnen sei das finanziell nicht zu leisten. Die Niederelsunger haben in diesem Jahr allein für die Erneuerung der Beschallungsanlage 30 000 Euro investiert.

Verbandspräsident Jansen fordert die Bundesregierung auf, die Theaterbühnen stärker als bislang geplant bei der Umstellung der Technik finanziell zu unterstützen. Der Bund habe aus der Versteigerung der Funkfrequenzen vier Milliarden Euro erhalten, stelle aber für die Theatertechnik nur 129 Millionen Euro bereit. Doch allein der Verband der professionellen Theater rechne mit einem Finanzbedarf von einer Milliarde Euro. (emr/nom) ZUM TAGE

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Quelle: HNA

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