Themenabend an der THS: Der Irrsinn von Auschwitz

Eindrucksvoll und berührend: Schülerinnen und Schüler der Homberger THS stellten nach ihrem mehrtägigen Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz ihre Gedanken und Erlebnisse bei einer szenischen Darstellung vor. Foto: privat

Homberg. Es war eine Veranstaltung, die viele Menschen im Publikum sehr berührte: Der Themenabend der Oberstufenschüler der Homberger Theodor-Heuss-Schule (THS) zum Holocaust barg ein hoch emotionales Potenzial.

Die 21 Jugendlichen arbeiteten ihren mehrtägigen Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz (heute Polen) unter Leitung der Studienrätinnen Christina Ostheim und Sarah Schultheiß in szenischem Theater, in Musik, Gedichtlesungen und darstellendem Spiel auf.

Was sich so einfach liest, war oft nur schwer zu verdauen: Kaum einer, den es ungerührt ließ, als zum Auftakt des Abends die Bühne im Dunkeln lag und nur der Lärm eines einfahrenden Zuges durch die Aula dröhnte. „Nächster Halt: Auschwitz-Birkenau“, sagte eine Stimme aus dem Off.

Der Phantasie der Zuschauer sind auf einen solchen Einstieg hin keine Grenzen gesetzt. Die wurde auch von den folgenden Szenen nicht begrenzt, in der Mutter und Tochter von den Wachleuten im Konzentrationslager willkürlich selektiert und voneinander getrennt werden, die Gefangenen am Appellplatz unter ihrer Todesangst fast zusammenbrechen. Es sei unglaublich eindrücklich gewesen, sagt Christina Ostheim, ohne Anklage zu erheben.

Das, was die Zuschauer in der Aula der THS so packte, hatte zuvor schon die Schüler bei ihrem Besuch in Auschwitz so bewegt. „Es gibt kaum einen Ort auf der Welt, der den Menschen so sehr verändern kann wie Auschwitz“, ist sich Christina Ostheim sicher. Der Besuch dort verändere den Blick auf die Welt.

Das hat sie jetzt wieder beim Besuch mit ihren Schülern erlebt. Viele der jungen Leute habe der Besuch der Gedenkstätte dazu angeregt, sich Gedanken über ihre Sicht auf die Welt zu machen, Vorurteile abzubauen, Verantwortung zu übernehmen wie beispielsweise in der Flüchtlingshilfe.

„Ein Besuch in einer Gedenkstätte ist alles andere als eine ganz normale Klassenfahrt“, sagt Ostheim. Und auch der Themenabend in der Aula der THS war keine normale Theateraufführung: Sie war die Essenz aus dem Erlebten, eine aufgearbeitete Version des Besuchs im Zentrum des Nazi-Irrsinns.

Die Frage, ob und wie tief das, was auch Jahrzehnte später noch immer unbegreiflich ist, die Darsteller und Zuschauer berührte und verstörte, muss man nicht stellen, wenn man hört, dass Tränen flossen.

Quelle: HNA

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