Einrichtungen schreiben nach wie vor tiefrote Zahlen, Energie ist der teuerste Posten

Thermen mit Gästeplus aber roten Zahlen

Beliebt bei Gästen: Die neue Saunalandschaft in der Märchenlandtherme Breuna kommt gut an. Dieser Bereich des Bades laufe sogar kostendeckend, sagt Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann. Foto: Privat

Bad Emstal/Breuna. Für die Städte und Gemeinden sind sie ein saftiges Zuschussgeschäft, dennoch möchte sich keine Kommune von ihrer Therme oder dem Freibad trennen.

Schließlich erhöhen die Einrichtungen die Attraktivität der Wohnorte. Und im Gegensatz zu Kassel, wo die Zahl der Besucher drastisch zurückgegangen ist, vermeldeten die Rathäuser zumindest für die Thermen einen leicht steigenden Trend bei den Gästezahlen.

Beispiel Märchenlandtherme in Breuna: Seit der Modernisierung vor fünf Jahren kämen mehr Gäste, etwa 40 000 seien es zuletzt gewesen. Vor allem der Saunabereich werde hervorragend angenommen, sagt Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann. Die wirtschaftliche Bilanz dieses Teils der Anlage könne sich sehen lassen, sie sei kostendeckend. Problematisch hingegen sei das Bad. Pro Ticket müsse der Steuerzahler fünf bis sechs Euro zuschießen. Das Defizit der Märchenlandtherme pendele sich pro Jahr bei 130 000 Euro ein.

Das Problem seien die Energiekosten. Und dabei habe die Gemeinde bereits reagiert; so werde die Therme über das Blockheizkraftwerk der benachbarten Grundschule mitversorgt. Trotz roter Zahlen macht sich Henkelmann um die Zukunft des Bades keine Sorgen. Denn: „Unser Haushalt ist ausgeglichen.“ Außerdem bringe die Therme viele Vorzüge mit sich. So lernten die Grundschüler am Heimatort schwimmen, zudem wüssten die Gäste die familiäre Atmosphäre sehr zu schätzen.

Halbe Million Euro Zuschuss

Im gleichen Sinne argumentiert Ralf Pfeiffer, Bürgermeister von Bad Emstal. Das Mineral-Thermalbad dort steht richtig in der Kreide – mit einer halben Million Euro musste das Bad im vergangenen Jahr subventioniert werden. Und das sei bereits weniger als in den Jahren zuvor. Der Verwaltungschef betont, dass in diesen Betrag alle Ausgaben mit eingerechnet sind, also auch die Abschreibung.

Größter Kostentreiber sei der energetische Aufwand. Obwohl da bereits an zahlreichen Stellschrauben gedreht worden sei, blieben die Ausgaben hoch. Um sieben Grad werde das in der Tiefe geförderte warme Quellwasser aufgeheizt, mit dem Abwasser würden die Räume geheizt. Und ein Blockheizkraftwerk auf Rapsölbasis liefert die benötigte Energie.

Positiv in Bad Emstal: Die Gästekurve zeigt ebenfalls leicht nach oben, 100 000 Besucher tauchten in 2011 im Mineralwasser ab. Das Minetal-Thermalbad hätte aus Sicht Pfeiffers weit mehr Besucher verdient. Doch die Konkurrenz in der Region sei groß. Thermen in Bad Arolsen, Bad Wildungen, Baunatal, Breuna, Kassel und Bad Karlshafen buhlen ebenfalls um die Gunst der Gäste. Ein Stück weit graben sie sich gegenseitig das Wasser ab.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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