Fritzlarer Kampfhubschrauber sollen nach Afghanistan

Schwalm-Eder. Vier Kampfhubschrauber vom Typ Tiger, die in Fritzlar stationiert sind, sollen Ende des Jahres nach Afghanistan gebracht werden.

Dort sollen sie die Internationale Afghanistan-Schutztruppe ISAF unterstützten und gegebenenfalls auch den Abzug aus dem Land mitabsichern. Das sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière bei einem Besuch am Standort Fritzlar.

Wenn die Tiger im Land angekommen sind, werden sie für den Einsatz vorbereitet. Vermutlich könnten sie im Febraur 2013 dann über Afghanistan fliegen. Um die 50 Soldaten aus der Fritzlarer Kaserne werden mit den Tigern auf die Reise gehen, in erster Linie technisches Personal.

Die hoch gerüsteten Kampfhubschrauber sollen auch den Abzug von Verbündeten sichern, teilte der Bundestagsabgeordnete Bernd Siebert (CDU), Mitglied im Verteidigungsausschuss, ergänzend mit.

Der Minister ging bei seinem Besuch auch auf die Bundeswehrreform und geplante Schließungen ein. Am Standort Roth bei Nürnberg wird sich künftig die Luftwaffenschule ansiedeln. Auch dort sollten eigentlich Tiger-Hubschrauber stationiert werden. Dazu wird es nun nicht kommen.

Kampfhubschrauber vom Typ Tiger: Vier Maschinen aus Fritzlar werden demnächst in Afghanistan eingesetzt.

Die Infrastruktur sei in beiden Städten ähnlich gut, sagte de Maizière. Den Ausschlag für Fritzlar habe letztlich die Lage in der Mitte Deutschlands gegeben.

Der Beschluss sei eine "sehr schwierige Entscheidung" gewesen, sagte der Verteidigungsminister. Auch Fritzlar kommt nicht ganz ungeschoren davon. Der Standort wird von mehr als 2000 auf 1420 Dienstposten reduziert.

De Maizière zeigte sich von der Technik und der Vorbereitung auf den Tiger-Einsatz beeindruckt. In Afghanistan gehe es nun auch darum, den Hubschrauber unter Einsatzbedingungen zu erproben: "Das geht nur vor Ort."

Von Olaf Dellit

Verteidigungsminister de Maizière besucht Bundeswehr in Fritzlar

Quelle: HNA

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