Nur 44,8 Prozent gingen wählen

77,5 Prozent: Thomas Raue (SPD) bleibt Bürgermeister in Habichtswald

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Strahlender Sieger: Bei der Bürgermeisterwahl in Habichtswald siegte der Amtsinhaber Thomas Raue (SPD), hier mit seiner Frau Katja und den Kindern.

Habichtswald. Die Würfel sind gefallen: Thomas Raue (SPD) bleibt für weitere sechs Jahre Chef im Habichtswalder Rathaus. Bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag sammelte der 48-jährige Verwaltungsfachmann 1409 Stimmen. Das sind 77,5 Prozent. Sein parteiloser Gegenkandidat Harald Klippert erhielt 22,5 Prozent (408 Stimmen).

Enttäuschung machte sich ob der niedrigen Wahlbeteiligung breit. Nur 44,8 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab – so wenig wie nie zuvor bei einer Bürgermeisterwahl in der 5034 Einwohner zählenden Gemeinde. Die Wahlbeteiligung im Jahr 2008 hatte bei 57,4 Prozent gelegen. „Mit dem Wahlergebnis bin ich sehr zufrieden“, sagte Raue in einer ersten Stellungnahme im Rathaus, als um 18.40 Uhr das Resultat feststand und sich Jubel über den klaren Wahlsieg breitmachte.

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Seine Familie, Parteifreunde und Mitarbeiter der Verwaltung zählten zu den ersten Gratulanten. Er persönlich habe geschätzt, dass er 76 Prozent der Wählerstimmen für sich gewinnen würde. Dass es am Ende 77,5 Prozent waren, freue ihn umso mehr, „darauf bin ich sehr stolz“.

Beste Ergebnis erzielt

Damit hat Thomas Raue das beste Ergebnis erzielt, das ein Bürgermeisterkandidat in Habichtswald jemals erreicht hat. Vor 18 Jahren habe Wolfgang Aßhauer (SPD) einmal 75,6 Prozent geholt.

Weshalb deutlich weniger als die Hälfte aller 4163 Wahlberechtigten ihre Stimme abgab, darüber könne er nur Mutmaßungen anstellen. „Vielleicht stand für viele das Wahlergebnis schon im Vorfeld fest.“

Bürgermeisterwahl in Habichtswald: Raue gewinnt mit 77,5 Prozent

Der parteilose Herausforderer Harald Klippert kam nicht ins Rathaus nach Dörnberg. Er informierte sich zu Hause über den Fortgang der Bürgermeisterwahl und die Ergebnisse. Die Enttäuschung halte sich in Grenzen, sagte der Dörnberger auf HNA-Anfrage. Er habe immerhin versucht, das Parteienungleichgewicht in Habichtswald zu durchbrechen.

Klippert will APO gründen

Trotz der Niederlage gebe er nicht auf, sagte der pensionierte Kriminalbeamte. Er habe schon vor der Wahl mit einigen Mitstreitern beschlossen, eine außerparlamentarische Opposition (APO) zu bilden. Diese werde kritisch die Prozesse begleiten und wenn nötig Öl ins Feuer gießen, kündigte Klippert an. Thomas Raue feierte seinen Wahlsieg am Sonntagabend noch in der Dörnberger Mehrzweckhalle.

Von Bea Ricken und Antje Thon

Quelle: HNA

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