THS-Schüler gestalteten in der Stadtkirche Abend zur Reformation

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Volle Reihen in der Marienkirche: Im Vorfeld des Reformationsjubiläum 2017 hatten sich Schüler der THS (Fotos von links Elena Rose, Tina Olesin, Leonie Macht) mit der Rolle der Musik auseinandergesetzt.

Homberg. „Wissen Sie eigentlich, was Sie mitsingen?“ fragte Marie Thiery, Schülerin der Theodor-Heuss-Schule (THS), das Publikum in der Marienkirche in Homberg.

Die Schule hatte zusammen mit der Evangelischen Kirchengemeinde, dem Geschichtsverein Homberg, dem Förderverein Haus der Reformation und dem Evangelischen Forum Schwalm-Eder zu einem Abend anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ innerhalb der Lutherdekade eingeladen – alles als Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum im Jahr 2017.

In Kurzvorträgen der Schüler ging es um die Funktion der Musik, insbesondere der Kirchenlieder. Von welcher Bedeutung das Verständnis von Liedtexten für die Sänger ist, untersuchten Marie Thiery und Tina Olesin. Mit einem originellen Einstieg in die oft sinnlosen Liedtexte der Popkultur schlugen sie den Bogen zur Reformation und Martin Luther, der sich um besser verständliche Kirchenlieder bemüht hatte.

In der Reformation sei das Singen der religiösen Lieder gemeinschaftsfördernd gewesen und habe zudem zur Verbreitung der reformatorischen Gedanken beigetragen, erklärte Dr. Uwe Schäfer, Schulpfarrer der THS. Er hatte mit den Schülern die Kurzvorträge im Unterricht erarbeitet und den Abend in der Marienkirche organisiert. „Das Lied hat es heute schwer, sich Gehör zu verschaffen“, meinte Schäfer. Musik sei zur Begleiterscheinung geworden, man trage sie oft bei sich, beispielsweise mit CDs und in MP3-Formaten. Beim musikalischen Abend sollten selbst musizierte Melodien und Lieder der Reformation hörbar werden. In den Kurzvorträgen werde deutlich, dass Singen ein leistungsfreies Miteinander schaffe, Musik die Seele berühre und Lieder auch zum Nachdenken anregen könnten.

Die Frage nach der Bedeutung der Texte diskutierten die Schüler ebenso wie die Überlegung, ob Kirchenlieder noch zeitgemäß sind. Die Schüler kamen zu dem Schluss, dass Kirchenlieder auch heute noch vielen Menschen Trost und Kraft geben, auch unabhängig davon, ob man jedes Wort genau verstehe: „Es ist die Musik im Gottesdienst, die uns bewegt“, meinte Leopold Bott.

Neben Informationen gab es auch viel Musik zum Hören und Mitsingen. Es spielten die „Störlampe“ der THS und an der Orgel Birgit Käfer.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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