Bratwurst von Freunden

Thüringer-Tag lockte Hunderte von Menschen auf den Melsunger Marktplatz

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Schweißtreibender Job: Metzger Holger Schmauch stand am Grill und versorgte die Besucher mit selbstgemachter Bratwurst.

Melsungen. Thüringer Kost wird hierzulande als Spezialität gehandelt. Das wurde einmal mehr am Thüringer-Tag deutlich. Hunderte Besucher bevölkerten am Samstag den Melsunger Marktplatz.

Die Schlange am Bratwurststand mochte nicht enden. Auch Kuchen und Musik hatten die Mitglieder des Partnerschaftsvereins aus Bad Liebenstein mitgebracht.

Dem Thüringer Grillmeister Holger Schmauch aus dem Bad Liebensteiner Ortsteil Steinbach trieb’s am Samstag den Schweiß auf die Stirn. Der 52-jährige Metzger stand am Grill und war für die Bratwürste zuständig, um deretwegen über den Vormittag hinweg Hunderte von Besuchern geduldig anstanden.

Was zeichnet die Thüringer Bratwurst aus? „Das mache ich alles selber“, erzählte Schmauch. „Das Besondere ist die Rezeptur. Und das gute Fleisch, das wir da reinmachen“, erklärte er. Vergangenes Jahr gingen um die 1000 Bratwürste weg, dieses Jahr werden es zwischen 800 und 900, schätzte er.

Das Fleisch dürfe nicht zu fett sein, aber auch nicht zu mager. Jeder habe sein eigenes Rezept. Die Grundrezeptur beinhalte Salz, Pfeffer, Knoblauch und ein kleines bisschen Kümmel. In der Region oberhalb des Thüringer Waldes werde die Bratwurst auch mit Majoran gewürzt, „das machen wir nicht“, sagt Holger Schmauch. Auch Rotwurst, Bierschinken, Schweinemettwurst, Eisbein und Schwartenwurst – vergleichbar mit Presskopf oder Sülze – hatten die Thüringer im Gepäck.

Am meisten gefragt war Leberwurst, erzählte Natalie Schmauch, die mit Mutter Manuela und Jörg Engmann hinter dem Wurststand alle Hände voll zu tun hatte. Unter den Wartenden waren auch Jutta Berger mit ihrer fünfjährigen Enkelin Charlotte. Sie kommt immer, erzählte die Melsungerin. Nicht nur am Thüringer-Tag. „Wenn was los ist, sind wir hier.“ Auch das Bier schmeckte den Besuchern am Marktplatz bei herrlichem Sonnenschein. Mit Schlagern wie „Die Caprifischer“ unterhielt ein Duo aus Bad Liebenstein die Besucher.

Zufrieden waren die Kuchenbäckerinnen des Partnerschaftsvereins aus Bad Liebenstein. Um die Mittagszeit waren die Vorräte an Thüringer Schmand-, Pflaumen-, Quark und Sandkuchen ziemlich abgeräumt. „Das haben wir alles selbst gebacken und mitgebracht“, sagte Susanne Engmann, die mit Margit Bergmann und Ursula Eberlein den Kuchenstand betreute.

110 Kilometer lange Anreise

Morgens um 7 Uhr waren sie von Bad Liebenstein aus ins 110 Kilometer entfernte nordhessische Melsungen gestartet, um den Melsunger Freunden einen kurzweiligen Tag mit Thüringer Spezialitäten zu gestalten und die seit 1990 währende Partnerschaft zu bekräftigen. Die Melsunger genossen den Tag, zumal die Thüringer auch bestes Wetter mitgebracht hatten. (zal)

Quelle: HNA

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