Niederschlag im Sommer

Tiefe Böden stellen Isthaer Landwirt Harald Hensel vor Probleme bei der Ernte

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Tiefe Furche, in der das Wasser steht: Simon, 17, (Foto) und seinem Vater Harald Hensel aus Istha, der im Nebenerwerb auf 28 Hektar Ackerbau betreibt, macht das viele Wasser auf den Feldern zu Schaffen.

Istha. In den knietiefen Gräben steht das Wasser. Links und rechts der Furchen kleben Weizenhalme auf der nassen Erde. Landwirt Harald Hensel aus Istha stemmt die Fäuste in die Seite und schüttelt den Kopf. An einen derart niederschlagsreichen Sommer kann er sich nicht entsinnen.

In der Wochenendausgabe der Wolfhager Allgemeine hatte er von den Problemen der Landwirte mit nassen Äckern gelesen. „Wenn Sie mal richtig nasse Böden sehen wollen, dann kommen Sie zu meinem Weizenfeld bei den Fischteichen“, sagte Hensel am Telefon. Am Wochenende hatte er einen Lohnunternehmer mit der Ernte des Feldes beauftragt. Sein Mähdrescher habe sich durch den schweren Boden zwischen Istha und Wolfhagen gewühlt. Dann sei er stecken geblieben. Der Fahrer habe die Maschine zwar ohne fremde Hilfe durch den Schlamm manövrieren können. Doch am anderen Morgen stand Ackerbauer Hensel vor einem durchpflügten Feld.

Halben Meter tiefe Furchen

Die Rinnen sind teilweise einen halben Meter tief und 30 Meter lang. Die Drescher, die ein Leergewicht von 14 Tonnen haben, sinken teilweise bis zur Achse und den Keilriemen in die wasserdurchtränkten Böden ein. Warten, bis die Äcker abgetrocknet sind, kann sich kaum ein Landwirt leisten. „Selbst wenn es jetzt brüllend heiß werden würde, dauert es mindestens zwei Wochen, bis der Boden trocken ist“, schätzt Hensel. Bis dahin sollte der Weizen aber geerntet sein, sonst gibt es Einbußen in der Qualität. Irgendwann beginnt das Korn am Halm zu keimen, dann taugt es nur noch als Futter. Wenn dieser Prozess zu weit vorangeschritten ist, wandert das Getreide in die Biogasanlage.

Hensel rechnet beim Weizen mit Ertragseinbußen von 15 Prozent - acht Hektar hat er bereits geerntet, auf weiteren vier Hektar steht das reife Korn. Mitte bis Ende September will der Isthaer Landwirt die Wintergerste auf das Weizenfeld bringen. Bis dahin soll der Acker vorbereitet sein und das heißt: Der Weizen muss gedroschen, das Stroh mit der Rundballenpresse gepresst und der Boden mit dem Grubber aufgelockert sein.

Die tiefen Rinnen wird Hensel zunächst nicht beseitigen können. Um sie etwas auszugleichen, kann er den Boden nur pflügen. Doch auch danach werden die Schäden in den kommenden Jahren sichtbar bleiben. Dort, wo die Mähdrescher die Erde verdichtet haben, werden die Pflanzen schlechter gedeihen.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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